Mobbing bei der Polizei: In Einsatzhelm uriniert

9. April 2018 um 20:36 Uhr

Mobbing bei der Polizei: In Einsatzhelm uriniertUrin im Helm, Handschläge verweigert, demonstrativ den Raum verlassen, wenn der Kollege den Raum betritt. Das sind Mobbingvorwürfe die jetzt die Ehefrau eines Polizisten in Kärnten (Österreich) in einer Email an Innenminister Herbert Kickl anprangert.

Öffentlich bestätigt wird bisher nur der Fall mit dem Urin im Helm. So sei es vergangene Woche am Donnerstag dazu gekommen, dass der Beamte vor seinen Kollegen den befüllten Helm aufgesetzt hatte und der Urin sich über den Kopf und den Oberkörper des Polizisten ergoss.

Laut Email der Ehefrau haben sich weitere Fälle gegenüber dem Beamten ereignet.Sie schrieb in ihrer Email an Innenminister Kickl von weiteren Demütigungen. Ihm würde von Kollegen der Handschlag verweigert und diese würden demonstrativ den Raum verlassen, wenn er ihn betrete. Ihr Mann werde aus Gruppenfotos herausgeschnitten, die dann wieder aufgehängt würden – und nun der Vorfall mit dem Helm.

“Ich habe Angst, ich weiß nicht, was als nächstes passiert”, heißt es in der Email. Dass man in der Landespolizeidirektion nichts vom Mobbing gegen ihren Mann wusste, das glaube sie nicht.

Nun reagiert die Behörde und nimmt die Ermittlungen auf. Polizeisprecher Dionosio sagte: “Das Kriminalreferat des Stadtpolizeikommandos wurde beauftragt, Ermittlungen wegen Sachbeschädigung zu führen.”
Man wisse aber nichts von dem jahrelangen Mobbing gegenüber des Beamten, aber man würde diesen Vorwürfen natürlich sofort nachgehen. Zudem fügte Dionisio an, dass den Beamten Anlaufstellen innerhalb der Polizei bekannt seien, die sie in solchen Fällen aufsuchen könnten.

Leider kommt es immer wieder zu Mobbing oder Bossing (Mobbing durch Vorgesetzte), auch innerhalb der Polizei. Aber gerade wir sollten zusammenhalten und uns nicht noch gegenseitig fertig machen. Dass man den ein oder anderen Kollegen vielleicht nicht mag, ist ganz normal. Aber man sollte so Erwachsen sein (Stichwort Vorbildfunktion), dass man dies professionell handhaben kann. Man muss keine besten Freunde sein, aber man sollte normal miteinander umgehen können. Zumindest dienstlich.

Wie solche Fälle enden können haben wir leider nicht nur einmal erlebt. Leider trauen sich viele Kollegen nicht darüber zu reden, auch wenn es Anlaufstellen für Betroffene gibt.

Gerade auch Vorgesetzte sollten hier nicht auch noch mitmachen oder aufhetzen, sondern gegensteuern und wenn es Probleme innerhalb der Wache gibt, diese mit den betreffenden Personen in einem persönlichen Gespräch klären.

Auch die “Kollegen” die bei Mobbing mitmachen oder es wortlos zur Kenntnis nehmen, sollten ihr Handeln hinterfragen und nicht einfach mitmachen. Sie sollten Vorgesetzte informieren. Nur weil ein weiterer Kollege etwas behauptet oder gar ein persönliches Problem mit dem Mobbingopfer hat, berechtigt das nicht zu solchen Aktionen.

Unsere Aufgabe als Polizisten ist es schließlich, den Wehrlosen beizustehen…