Vorreiter: Rheinland-Pfalz führt als erstes Bundesland den Taser im Streifendienst ein

25. April 2018 um 17:25 Uhr

Vorreiter: Rheinland-Pfalz führt als erstes Bundesland den Taser im Streifendienst ein

Bild: Innenministerium Rheinland-Pfalz

Die Polizei Rheinland-Pfalz testete in einem Pilotprojekt in Trier den Einsatz der Distanzelektroimpulsgeräte (DEIG), auch als Taser bekannt. Das Projekt wurde wissenschaftlich begleitet von der Universität Trier und dem Gesundheitsamt Trier-Saarburg. Hierbei sollte sowohl geklärt werden, ob der Taser sich als ergänzende Ausstattung zur Vorhandenen Schutzbewaffnung eignet, wie effektiv der Einsatz ist und ob gesundheitliche Schäden zu befürchten sind.

“Der Abschlussbericht des Pilotprojektes in Trier zeigt den verantwortungsvollen Umgang der Einsatzkräfte mit dem Taser”, erklärte Innenminister Roger Lewentz. Die Einsatzkräfte werden an den Geräten geschult, zudem gibt es für den Einsatz der Taser Vorgaben. So darf er zum Beispiel nicht eingesetzt werden, wenn bei der Person eine Herzkrankheit bekannt ist, sie erkennbar schwanger oder dem äußeren Erscheinungsbild unter 14 Jahren alt ist.

“Eingesetzt wurden die Geräte vor allem bei Vorfällen mit gewalttätigen und aggressiven Personen, die häufig unter dem Einfluss von Alkohol und Betäubungsmitteln standen oder psychische Auffälligkeiten aufwiesen”, berichtet Innenminister Lewentz von dem Pilotprojekt. So wurde der Taser während dieser Zeit 30 Mal eingesetzt, wobei davon in 21 Fällen bereits die Ankündigung des Einsatzes die Situation beruhigte und einen bevorstehenden Angriff auf die Polizisten unterband.

Lediglich in sechs Fällen wurde der Taser letztendlich gegen die Person eingesetzt, davon viermal im unmittelbaren körperlichen Kontakt mit dem polizeilichen Gegenüber. Nach jedem Einsatz wurden die Personen medizinisch begutachtet und es konnten keine Auffälligkeiten festgestellt werden.

“Ein Ausstattung der Einsatzkräfte, die sich regelmäßig mit unvorhersehbaren, gewalttätigen und gefährlichen Situationen konfrontiert sehen und dadurch nicht selten Verletzungen davon tragen, ist anhand der vorliegenden Ergebnisse des Abschlussberichtes zielführend und auch notwendig”, stellte der Innenminister fest und begründet damit die Entscheidung zur Einführung des Tasers für den Streifendienst in Rheinland-Pfalz.

Jedoch soll der Taser nicht flächendeckend eingeführt werden, sondern lediglich in den Oberzentren Trier, Koblenz, Mainz, Ludwigshafen und Kaiserslautern. “Der Wert des Gerätes zum Schutz der Einsatzkräfte und zur Vermeidung von Verletzungen des polizeilichen Gegenübers hat sich im Pilotprojekt eindrucksvoll bestätigt”, ist sich Innenminister Lewentz sicher.