Ausbildungsoffensive in Österreich: Tattoos erlaubt, Schwimmprüfung nicht notwendig, zusätzliche Polizeischule

3. Mai 2018 um 18:10 Uhr

Ausbildungsoffensive in Österreich: Tattoos erlaubt, Schwimmprüfung nicht notwendig, zusätzliche PolizeischuleIn Österreich wurde genauso beim Personal gespart wie in Deutschland, was einen Personalmangel bedeutet, hüben wie drüben. Dass dies ein Fehler war, hat man offenbar nun eingesehen und Österreichs Innenministerium möchte nun eine Ausbildungsoffensive starten, mit dem Ziel, zusätzliches Personal einzustellen und dabei die Standards nicht abzusenken.

11.000 Polizisten sollen bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode eingestellt und ausgebildet werden, dabei sollen 4.100 Stellen zusätzlich geschaffen werden. Damit möchte man die Pensionierungen auffangen und dennoch mehr Personal auf die Straße bringen. Hierzu werden bis zu 90.000 Bewerber notwendig sein, um die Richtigen für den anspruchsvollen Job als Polizisten zu bekommen.

“Eine Vorgabe war mir ganz wichtig, mit dem Anforderungsniveau gehen wir nicht runter”, äußert sich Peter Goldgruber, Generalsekretär im Innenministerium. Doch ein paar Stellschrauben sollen trotzdem geändert werden, um genügend Bewerber zu erhalten und damit das Ziel der Neueinstellungen erfüllen zu können.

So wurde vom Innenministerium die Absicht bekundet, zukünftig Tattoos bei den Bewerbern zu erlauben. “Tätowierungen werden nicht mehr per se ein Ausschlussgrund sein”, erklärte Innenminister Herbert Kickl und verweist darauf, dass nicht alle Tattoos akzeptiert würden. “Die Vornamen der Kinder oder Geburtsdaten oder ein Ketterlmuster” sollen aber laut Kickl kein Problem mehr sein und so erhofft man sich 30 Prozent mehr Bewerber.

Zudem werde die Erfordernis einer abgelegten Schwimmprüfung ebenfalls kein Ausschlussgrund mehr sein. In zusätzlichen Einheiten während der Ausbildung könnten den Nichtschwimmern das Schwimmen beigebracht und am Ende der Polizeiausbildung in einer abgelegten Prüfung nachgewiesen werden.

Außerdem soll ein neues Ausbildungszentrum in Wels entstehen, um die zusätzliche Ausbildungskapazitäten zur Verfügung zu haben. Hierzu werden sechs Gebäude einer ehemaligen Frauenklinik, die jahrelang leer stand, vom Innenministerium angemietet und so ertüchtigt, dass die Polizeischule ihre bislang vorhandenen Schulen ergänzt und ab 2019 in 17 Lehrsälen 425 Polizeischüler von rund 45 Lehrern unterrichtet werden können.

Ansonsten sollen das Ausbildungsniveau nicht abgesenkt werden. Das heißt aktuell: Mindestalter 18, einwandfreier Leumund, erfolgreicher Rechtschreib- und Grammatiktest, Intelligenz- und Persönlichkeitstest, sowie ein Sporttest.