Einbrecher stürzt auf Flucht in den Tod: Ermittlungen zeigen, er war Polizeischüler

3. Mai 2018 um 20:53 Uhr

Einbrecher stürzt auf Flucht in den Tod: Ermittlungen zeigen, er war PolizeischülerAm vergangenen frühen Sonntagmorgen ist es zu einem tragischen Vorfall gekommen, der einerseits schockiert, andererseits auch viele Fragen aufwirft. Ein Einbrecher war in ein Mehrfamilienhaus in Halle/Saale (Sachsen-Anhalt) eingebrochen und als er auf frischer Tat ertappt wurde, stürzte er auf der Flucht in den Tod. Die Ermittlungen zeigen, dass er Polizeischüler war.

Der 24-jährige Mann aus Halle wurde von zwei Personen gegen 6 Uhr morgens bei seinem Einbruch angetroffen. Der junge Mann trat daraufhin die Flucht an, lief in das zweite Obergeschoss, brach dort in eine weitere Wohnung ein, lief auf den Balkon und stürzte von dort 12 Meter in die Tiefe.

Rettungskräfte wollten den lebensgefährlich Verletzten noch reanimieren, konnten aber nur noch den Tod feststellen. Gegenstand der Ermittlungen ist damit nicht nur der Einbruch selbst, sondern auch, wie es zu diesem tödlichen Sturz kam. Wie die Polizeidirektion Süd bestätigte, handelte es sich bei dem Einbrecher um einen Polizeimeisteranwärter, der 2016 in der Fachhochschule in Aschersleben eingestellt wurde und in diesem Jahr seine Ausbildung beendet hätte.

Wie weiterhin bekannt wurde, war der 24-Jährige bislang noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten, auch diszpiplinarisch war er noch nicht aufgefallen. Es stellt sich daher die Frage, warum er in dieses Haus eingebrochen war, denn laut Polizei gibt es keinen Zusammenhang zwischen dem Polizeischüler und diesem Haus.

Die Staatsanwaltschaft Halle hat eine rechtsmedizinische Untersuchung angeordnet, um diesen Fragen nachzugehen. Die Kollegen in der Fachhochschule werden seit Mittwoch von einem Kriseninterventionsteam betreut.

Auch wenn der Vorfall als tragisch und als Einzelfall angesehen wird, gab es doch auch Kritik, die den Verantwortlichen Fehler bei der Auswahl der Polizeischüler vorwarf. Das will Martin Zimmermann, Sprecher der Polizeifachhochschule Aschersleben, nicht gelten lassen. Die Anwärter würden regelmäßig darauf hingewiesen, wie sie sich innerhalb und außerhalb des Dienstes als Polizisten zu verhalten haben.

Neben dem Beamtenrecht gehöre auch das Strafrecht zu ihren Unterrichtsfächern und sie lernten hierbei auch die Auswirkungen auf Polizisten, falls es hier zu Zwischenfällen kommen sollte. Laut Zimmermann “gelte auch weiter die Prämisse, dass nur körperlich, geistig und charakterlich geeignete Personen für den Dienst zugelassen” werden. Innenminister Holger Stahlknecht verteidigte ebenso das Niveau der Polizeiausbildung.