Elfjähriger steigt in falschen Bus ein: Fahrdienstleiter und Polizisten bringen ihn nach Hause

21. Mai 2018 um 11:44 Uhr

Elfjähriger steigt in falschen Bus ein: Fahrdienstleiter und Polizisten bringen ihn nach HauseFür einen Busfahrer ist es eigentlich nichts ungewöhnliches, dass gerade ältere Personen oder Kinder eine unfreiwillige Irrfahrt mit einem Bus unternehmen und in der Regel kann ihnen schnell geholfen werden. Anders ging einem Busfahrer bei Dachau (Bayern), der in seinem Bus der Linie 701 einen weinenden kleinen Jungen bemerkte und ihn daraufhin ansprach.

Der Junge verstand offensichtlich kein Wort und somit war es für den Fahrer unmöglich den Namen oder auch eine Adresse herauszufinden, damit er wieder nach Hause kam.
Der Busfahrer rief daraufhin seinen Fahrdienstleiter an, der sich sofort auf den Weg zur Haltestelle machte, um die Situation zu klären. Beim Bus angekommen, stieg der Fahrdienstleiter mit dem verzweifelten Jungen aus dem Bus und setzte ihn in sein Auto.

“Was mach i jetzt?”, war der erste Gedanke von Werner G., dem Fahrdienstleiter. Denn erstens verstand er das Kind wegen einer offensichtlichen Sprachbarrieren nicht und zweitens saß nun der fremde Junge in seinem Auto. Aus Angst noch als Kindesentführer betitelt zu werden, bat er die Polizei aus Dachau um Hilfe, die auch kurz darauf mit einer Streife ankam.

Nun überlegten die drei Männer, wie sie an Informationen kommen, damit sie das Kind sicher nach Hause bringen können. Daraufhin kam dem Fahrdienstleiter die rettende Idee in Form einer Übersetzungs-App auf seinem Handy. Mit gebrochenem arabisch versuchte er so an den Namen und die Adresse des Kindes zu kommen.

Sein arabisch war offenbar ziemlich schlecht, allerdings reichte es aus, um die nötigen Informationen zu bekommen. Der Junge heißt Ismail, ist 11 Jahre alt und kommt aus dem Irak. Er wollte die Linie 710 nach Hause nehmen und stieg fälschlicherweise in die Linie 701.

Um sein Zuhause zu finden fuhr der Fahrdienstleiter mit ihm die Strecke der 710 ab, dicht gefolgt von den Kollegen der Polizei Dachau. An einer Haltestelle machte sich der Junge bemerkbar, stieg aus und lief auf ein Haus zu, wo seine Mutter schon in der Tür wartete.

„Die Verabschiedung erfolgte dann übrigens ohne Übersetzungs-App: Ismail klopfte sich immer wieder an die Brust, senkte seinen Kopf und sagte: ‘Thank you, thank you!'”, heißt es abschließend bei der Münchner Tageszeitung.

Dank des aufmerksamen Busfahrers und seinem Fahrdienstleiter konnte der Junge sicher zu seinen Eltern gebracht werden. Hier zeigt sich, dass hinschauen und eingreifen wichtig ist um eventuell schlimmeres zu verhindern.