Freundlichkeit kann teuer werden: Zwei Begegnungen in sechs Jahren – Zweimal Festnahme

29. Mai 2018 um 12:01 Uhr

Freundlichkeit kann teuer werden: Zwei Begegnungen in sechs Jahren - Zweimal FestnahmeWas sich anhört, als würden wir Polizisten Freundlichkeit nicht zu schätzen wissen, ist im folgenden Fall ganz anders gelagert.

Für einen Gronauer endete der vergangene Samstag nicht ganz so wie er sich das wahrscheinlich vorgestellt hatte. Am Vormittag winkte der 33-jährige Mann einer Streife der Bundespolizei am Hauptbahnhof in Münster (Nordrhein-Westfalen) freundlich zu. Die Polizisten erwiderten diese nette Geste und winkten zurück.

Doch als die Beamten wieder auf dem Rückweg von ihrem Streifengang waren, winkte der 33-Jährige erneut. Ooookay, hier stimmt etwas nicht, waren die Gedanken der beiden Bundespolizisten und sie sollten sich nicht täuschen. Sie gingen zu dem jungen Mann und es folgte dieser Dialog:

Polizisten: “Kennen wir uns?”
Mann: “Ja, Sie haben mich doch vor 6 Jahren festgenommen.”

Was gut ist kommt wieder, dachten sich die Beamten und folgten ihrem Bauchgefühl (auch bekannt als kriminalistischer Spürsinn). Daraufhin überprüften sie den 33-Jährigen und sie stellten fest, dass der obdachlose Mann (mal wieder) per Haftbefehl gesucht wurde.

Er hatte gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen und es lag ein Strafvollstreckungshaftbefehl des Amtsgerichts Traunstein vor. Eine Geldstrafe über 4.100 Euro oder 90 Tage Haft hatte der eigentlich freundliche Mann zu verbüßen. Da er die Strafe nicht bezahlen konnte wurde er direkt der Justizvollzugsanstalt Münster überstellt.

Nur um es klarzustellen: Nicht jeder, der uns freundlich zuwinkt, kommt ins Gefängnis. 😉