Gedanken einer Polizistin: Nahrungsaufnahme während des Dienstes – Seht uns doch als Menschen an!

1. Mai 2018 um 20:11 Uhr

Gedanken einer Polizistin: Nahrungsaufnahme während des Dienstes - Seht uns doch als Menschen an!Wir hatten uns bereits vor einiger Zeit in einem Statement und in einer Umfrage zum Thema Nahrungsaufnahme während des Dienstes geäußert bzw. eure Meinung dazu erfragt. Doch so manchem Zeitgenossen scheint es ein Dorn im Auge zu sein, wenn wir uniformierten Polizisten unser Essen in der Öffentlichkeit nicht einmal einnehmen, sondern lediglich besorgen. Anders lässt es sich nicht erklären, dass eine Kollegin sich zu folgenden Worten genötigt sieht:

—————–

“Auch Mensch!

Ich finde diese Worte sollte man sich stets vergegenwärtigen. Wenn ich bedenke wie häufig man schräg angeschaut wird, weil man sich mal schnell etwas zu essen holt. IN UNIFORM!

Das typische Klischee mit dem Polizisten und dem Donut. Sind unsere Beamten eigentlich nur am Futtern?? Dabei wird so oft vergessen, dass wir es gern anders hätten. Wir würden auch gern gemütlich am Tisch sitzen, in Ruhe essen (gern auch etwas anderes als Fast Food), dabei nett plaudern und danach nicht mit vollem Magen jemandem hinterherrennen, über Zäune klettern oder in den 5. Stock ohne Fahrstuhl einen unzulässigen Lärm unterbinden.

Das ist aber oftmals nicht möglich. Meist bleibt nur der schnelle Gang zur nächsten Fast Food Kette. Das Essen wird dann so schnell es geht verdrückt – man weiß ja nicht wann der nächste Einsatz kommt.

Oder aber es kommt der Einsatz und das Essen wird später kalt “genossen”. Wie oft sehe ich halb volle Teller im Aufenthaltsraum, weil die Funkwagenbesatzung beim Essen einen eiligen Auftrag erhalten hat…

Ich will mich keineswegs beschweren. Ich habe es mir so ausgesucht und ich liebe dieses Leben. Genau wie viele meiner Kollegen. Aber es wäre schön, wenn man die uniformierten Kollegen beim nächsten Gang zum Lieblings-Italiener und Co. als das betrachtet, was sie sind:

Menschen! “

—————–

Die Kollegin ist uns namentlich bekannt, möchte jedoch anonym bleiben.