Kommentar: Gewalt gegen Polizisten zerstört unsere Gesellschaft

21. Mai 2018 um 18:03 Uhr

Im Tagesspiegel ist vergangene Woche ein interessanter Kommentar erschienen. Werner van Bebber, der Kommentator, ist der Meinung, dass die Gewalt gegen Polizisten eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung in Gang setzt, die aufgehalten werden muss und führt dazu auch ein paar Beispiele an.

Zwar findet er eine tolerante Polizei auch gut, doch diese nütze nicht nur denen, die sich an die Regeln halten, sondern auch denen, die das nicht tun. Und so mancher Urlauber werde wohl schon überrascht gewesen sein, “welche Ruppigkeit einer Uniform innenwohnen kann”, wenn er sich in anderen Ländern aufhalte.

Täglich würden 133 Polizisten Opfer von Gewalt oder Widerstand, was sich zu einer jährlichen Summe von 74.000 Übergriffen summiere. Anschließend verweist van Bebber auf die Broken-Windows-Theorie und dass diese bereits teilweise in Berlin erfolgreich eingesetzt werden – gegen Drogendealer, kriminelle Familienclans und Autoposer.

“Ordnungspolitik setzt mehr Personal voraus, als da ist. Sie setzt Eindeutigkeit voraus”, schreibt van Bebber, “Ordnungspolitik kann […] Sozialpolitik nicht ersetzen. Aber eine gesellschaftliche Ordnung behauptet und erhält sich nicht von allein.”

Und so kommt der Auto zu dem Fazit:

“Menschen beachten Regeln und Umgangsformen, weil sie den simplen Satz „Wie du mir, so ich dir“ verstanden haben. Oder sie müssen daran erinnert werden – so lange, bis sie begreifen. Das Fatale an der Gewalt gegen Polizisten und auch gegen Feuerwehrleute oder Rettungssanitäter liegt – über den einzelnen Angriff hinaus – in der zerstörerischen Wirkung auf Gesellschaft. Es liegt in der Behauptung des „Ich mache, was ich will – alle anderen interessieren mich nicht“. Diese Überzeugung hat sich ohnehin mehr als breitgemacht.”