Nach Panne abgeschleppt und “abgezapft”: Aus Hilfeleistung wird Strafverfolgung

7. Mai 2018 um 11:12 Uhr

Nach Panne abgeschleppt und "abgezapft": Aus Hilfeleistung wird StrafverfolgungZwei Männer, ein liegengebliebenes Auto auf dem Seitenstreifen der A2 und eine Streifenwagenbesatzung die zu Hilfe eilte, waren am Donnerstag Hauptakteure in einem Fall bei Castrop-Rauxel (Nordrhein-Westfalen). Dabei hatten sich sicher beide Seite die Sache ganz anders vorgestellt.

Zwei Männer, 26 und 28 Jahre aus den Niederlanden und Polen, wollten den liegengebliebenen Chrysler PT Cruiser nach einem technischen Defekt auf dem Seitenstreifen der A2 in Höhe Castrop-Rauxel wieder zum laufen bringen. Sie versuchten per Überbrückungskabel das Fahrzeug wieder zu starten.

Doch das ist auf dem Seitenstreifen einer Autobahn ein wahrlich gefährliches Manöver. Dies wiederum rief die Kollegen der Autobahnpolizei Kamen auf den Plan. Die Polizisten stellten den beiden kurzerhand ein Abschleppseil zur Verfügung, um das Fahrzeug von der Autobahn herunter zu schleppen. Zur Absicherung folgte der Streifenwagen bis zum nächsten Parkplatz.

Als alle an dem Parkplatz angekommen waren, sahen die Beamten eine selbst gedrehte Zigarette in der Armlehne des Chryslers. Was ja eigentlich auch kein Problem wäre, wenn beim näheren betrachten den Beamten nicht ein süßlicher, an Marihuana erinnernder, Geruch in die Nase gestiegen wäre.

Die Folge daraus war, dass bei beiden Männern die Fahrtauglichkeit überprüft werden musste. Bei beiden stellte sich heraus, dass sie mutmaßlich unter Betäubungsmitteln ihre Fahrzeuge im öffentlichen Verkehr geführt hatten.

Aber dies war leider noch nicht alles, was die Beamten heraus fanden. Der 28-Jährige war nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis. Ergebnis des Abschleppvorgangs: Jeweils eine Blutprobe sowie zwei Strafanzeigen wegen des Verdachts des Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Fahrens unter Betäubungsmitteleinfluss. Die weitere Heimreise mussten die beiden Freunde jetzt zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmittel antreten.

So kann aus einer Hilfeleistung, die eigentlich den beiden zugedacht war, eine Hilfe für alle anderen Verkehrsteilnehmer werden.