Nach Warnschussabgabe erfolgte Festnahme: Polizist erleidet nach Angriff schwere Gesichtsverletzungen

24. Mai 2018 um 18:12 Uhr

Nach Warnschussabgabe erfolgte Festnahme: Polizist erleidet nach Angriff schwere GesichtsverletzungenDas die Hemmschwelle gegenüber Polizisten immer weiter sinkt erleben wir leider nicht erst seit gestern. Immer öfter müssen wir körperliche Gewalt anwenden um die Störer zu überwältigen. Warnschüsse mussten wir bisher seltener abgeben, kam aber hin und wieder auch schon vor.

Leider blieb einem Beamten im Landkreis Dingolfing-Landau (Bayern) nichts anderes übrig, als er und sein Kollege deeskalierend bei einer bevorstehenden Schlägerei einschreiten mussten. Ein Beamter wurde schwer verletzt, der andere leicht.

Was war geschehen?

Gegen 23 Uhr bemerkte eine Zivilstreife auf dem Pilstinger Volksfest mehrere junge Personen, die sich wohl eine Schlägerei liefern wollten. Die Beamten wollten dies jedoch verhindern, gingen dazwischen und wiesen sich als Polizisten aus. Jedoch interessierte dies einen 19-Jährigen rein gar nicht und er fing an die Kollegen zu beleidigen.

Bei den verbalen Entgleisungen blieb es leider nicht. Der 19-Jährige und sein 21-jähriger Begleiter aus Hamburg griffen unvermittelt die Beamten an. Sie stießen einen Polizisten um, wobei sich der Kollege leicht verletzte. Der 21-Jährige schlug nun auch noch den zweiten Kollegen von hinten um, sodass sich der Beamte schwere Verletzungen im Gesicht davon trug.

Um eine weitere Eskalation zu verhindern, griff der zuerst umgestoßene Polizist zur Dienstwaffe und gab einen Warnschuss ab. Daraufhin konnten die Kollegen die aggressiven Männer festnehmen und in Gewahrsam nehmen.

Der im Gesicht verletzte Kollege musste danach im Krankenhaus behandelt werden.Gegen die beiden Schläger wird nun wegen Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Dass Einsatzkräfte, ob Polizisten, Feuerwehr oder Rettung immer häufiger angegriffen werden ist nicht neu. Jedoch die extreme Gewaltbereitschaft ist neu. “Ein Vorfall, bei dem so massiv auf Polizeibeamte losgegangen wird, dass man sich nur noch mit der Waffe helfen kann, ist mir bei uns nicht bekannt”, sagt Polizeisprecher Tomaschko vom Polizeipräsidium Niederbayern. Er stellt fest: “Die Hemmschwelle, dass man Einsatzkräfte angreift, ist relativ gesunken.”

Es muss sich definitiv grundlegend etwas ändern, sonst werden wir in Zukunft mehr Gebrauch von der Dienstwaffe machen müssen, was uns selber nicht gefällt, aber um unser oder das Leben Unbeteiligter zu schützen muss es wohl sein. Für sich genommen ist bereits das eine traurige Feststellung!

Wir senden die besten Genesungswünsche an die beiden verletzten Kollegen nach Bayern!