Wir trauern: Ein Attentäter erschießt zwei Polizistinnen mit ihren eigenen Dienstwaffen

29. Mai 2018 um 20:38 Uhr

Wir trauern: Ein Attentäter erschießt zwei Polizistinnen mit ihren eigenen DienstwaffenDie Polizeifamilie ist voller Trauer am heutigen Tag. Ein Attentäter hat im belgischen Lüttich (Liège) einen gezielten Angriff auf zwei Polizistinnen begangen, kam dann in den Besitz ihrer Dienstwaffen und erschoss sie kaltblütig. Auch einen weiteren jungen Mann erschoss der Attentäter, bis er später von einem Spezialeinsatzkommando tödlich verletzt wurde.

Heute Morgen gegen 10:30 Uhr hatte es ein Mann offenbar auf zwei Polizistinnen in Lüttich abgesehen. Denn er griff sie von hinten mit einem Messer an und stach auf sie ein. Schwer verletzt konnte er so deren Dienstwaffen an sich reißen und erschoss die beiden Polizistinnen mit ihren eigenen Dienstwaffen.

Auf der Flucht erschoss der Attentäter noch einen 22-jährigen unbeteiligten Autofahrer, der zufällig vorbei fuhr. Anschließend verschanzte sich der Attentäter in dem nahe gelegenen Gymnasium Léonie de Waha und nahm eine Mitarbeiterin der Schule als Geisel.

Die alarmierte Sondereinheit der Polizei stürmte die Schule. Vom weiteren Einsatzverlauf berichtete Staatsanwalt Philippe Dulieu auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Polizei von Lüttich: “Der Mann kam aus seinem Versteck, begann auf die Sicherheitskräfte zu feuern und verletzte dabei mehrere Beamte.” Die Polizisten hätten daraufhin das Feuer erwidert und den Attentäter erschossen.

Die Geisel sei hierbei körperlich unverletzt geblieben, auch die Kinder, die sich zuvor noch in der Schule befanden, konnten alle in Sicherheit gebracht werden.

Bei den getöteten Polizistinnen soll es sich um eine 45 und eine 53 Jahre alte Frau handeln. Vier weitere Polizisten wurden bei diesem Einsatz verletzt, drei von ihnen befinden sich noch im Krankenhaus.

Angeblich soll es sich laut Medienberichten bei dem Attentäter um einen 36-jährigen Mann handeln, der als Kleinkrimineller bekannt war und der von einem Freigang nicht in das Gefängnis zurück gekehrt war. Der Polizeichefs von Lüttich, Christian Beaupère, sagte auf der Pressekonferenz, dass der Attentäter keinen Amoklauf begehen wollte.

Er habe es auf die Polizistinnen abgesehen, da er die Polizei gezielt treffen wollte, “also die Institution, den belgischen Staat”, so Beaupère. Aktuell werden die Ermittlungen in diesem Fall von der belgische Bundesstaatsanwaltschaft als terroristischer Akt behandelt.

Sowohl der belgische König Philippe, als auch Ministerpräsident Charles Michel und Innenminister Jan Jambon machten sich sofort auf den Weg nach Lüttich und besuchten die Verletzten in den Krankenhäusern. In einer ersten Stellungnahme sprach Premierminister Michel von einem Akt “feiger und blinder Gewalt. All unsere Unterstützung für die Opfer und ihre Angehörigen.”

Wir stehen zusammen mit den den belgischen Kollegen und trauern gemeinsam mit ihnen. Wir trauern auch mit den Angehörigen. Ihnen allen wird schmerzlich vor Augen geführt, wie gefährlich der Dienstalltag sein kann und wie plötzlich das Leben enden kann.

Und sie müssen gezwungener Maßen zur Kenntnis nehmen, dass der Hass mancher auf die Institution Polizei und die Polizistinnen und Polizisten so groß ist, dass sie ihr eigenes Leben wegwerfen, um den uniformierten Vertreter des Staates größtmöglichen Schaden zuzufügen und sie ihres Lebens zu berauben.

Wir wünschen den Hinterbliebenen der Kolleginnen und auch dem Kollegenkreis viel Kraft und eine gute Trauerbewältigung! Auch wünschen wir allen Einsatzkräften eine gute Verarbeitung dieses tragischen Einsatztages.

Ruht in Frieden #sistersinblue! Ihr bleibst unvergessener Teil der #Polizeifamilie! ⚫️⚫️ We take it from here and defend the #thinblueline!

Reposer en paix, #sœursenbleu!