Youtube-Star beleidigt Polizisten: Für “Scheißpolizisten” 32.500 Euro Strafe

8. Mai 2018 um 17:06 Uhr

Youtube-Star beleidigt Polizisten: Für "Scheißpolizisten" 32.500 Euro StrafeSo mancher Zeitgenosse denkt, er könne sich alles herausnehmen, wenn er nur eine gewisse Position innerhalb der Gesellschaft erreicht habe. Dass nicht alles mit der Meinungs- oder Kunstfreiheit gerechtfertigt werden kann, musste dieser Tage ein Youtube-Star feststellen. Denn eine Beleidigung ist eine Beleidigung, bleibt eine Beleidigung.

Im März 2017 meinte der Youtube-Star Leon Machère, der dort über 2 Mio. Anhänger hat, einen Überraschungsbesuch in der Augsburger Innenstadt abzustatten. Schnell machte unter seinen Anhänger diese Botschaft die Runde. Tatsächlich erschien Machère auch, hatte aber die Behörden von seinem Besuch nicht unterrichtet.

Doch anstatt auf seine Fans zuzugehen, tauchte er in einer Bierkneipe unter. Dennoch versammelten sich 500 bis 1.000 Anhänger in der Innenstadt, so dass sich die Polizei genötigt sah einzugreifen. Sie nahm aus Sicherheitsgründen wegen des dichten Gedränges Machère mit auf die Dienststelle, wodurch er einen späteren Auftritt verpasste.

Gegenüber den Polizisten habe sich der Star dann ruppig verhalten. Er sprach die Beamten mit “Du” an und betitelte sie mit “Scheißpolizisten”. Diese Beleidigungen soll er später noch einmal in einem Video auf Youtube wiederholt haben. Dafür wurde er von den beteiligten Polizisten wegen mehrfacher Beleidigung angezeigt.

Die Staatsanwaltschaft Augsburg sah von einer Klage ab und brummte dem Youtube-Star per Strafbefehl eine Geldstrafe in Höhe von 130 Tagessätzen zu je 250 Euro auf, also einer Gesamtstrafe von 32.500 Euro. Dagegen legte er Einspruch ein und das Amtsgericht Augsburg hatte nun darüber zu befinden.

Das Gericht hatte sich schon auf eine stark besuchte Verhandlung eingestellt, doch gekommen war niemand. Weder Fans waren anzutreffen, die zu dieser Uhrzeit sicher noch alle in der Schule sein mussten, noch waren Machère selbst oder sein Anwalt zugegen. Der Star ließ sich durch eine kurzfristige Krankmeldung entschuldigen.

Doch die ließ das Gericht nicht zu. Denn nach einem Telefonat mit dem ausstellenden Arzt, der die Krankmeldung nicht als Verhandlungsunfähigkeitsbescheinigung ansah, sagte dieser zum Richter, dass einer Verhandlungsteilnahme nichts im Wege stehe, “da er zwei Beine habe und laufen könne”, wie der vorsitzende Richter süffisant den Arzt zitierte.

Das Gericht verwarf den Einspruch, so dass der Youtube-Star nun die Geldstrafe entrichten muss, sofern er es nicht darauf anlegen möchte, stattdessen Bekanntschaft mit einer Zelle in einer Justizvollzugsanstalt zu machen.