63 Mängel: Polizisten ziehen vollbesetzten Schulbus aus dem Verkehr

13. Juni 2018 um 09:02 Uhr

“Habt ihr nicht besseres zu tun?” Diese Frage hören wir Polizisten regelmäßig, wenn wir Verkehrsteilnehmer zur Überprüfung von Fahrer und Fahrzeug bitten. Und ebenso regelmäßig antworten wir: “Nein, es hat einen guten Grund, warum wir das machen.” Der folgende Vorfall zeigt beispielhaft, warum unsere Verkehrskontrollen so wichtig sind.

Am Montagmorgen unterzogen Polizisten in Widdersdorf (Nordrhein-Westfalen) einen vollbesetzten Schulbus einer offenbar längst überfälligen Inspektion. Besorgte Eltern hatten der Polizei Köln gemeldet, dass sie sich Sorgen um die Sicherheit ihrer Kinder machten, wenn dieser Schulbus zum Einsatz kam und gerade erst war der Bus mit Schulkinder zum Schwimmunterricht losgefahren.

Und tatsächlich, was das ungeschulte Auge schon für fragwürdig hielt, konnte dem fachkundigen Augen gar nicht mehr standhalten. Besorgnis erregend kann man den Zustand des Schulbusses nennen. So fielen den Beamten bereits Schäden an Lenk- und Bremsanlage auf, die Sicherheitsgurte verdienten ihre Bezeichnung nicht mehr und auch die Hygiene ließ stark zu Wünschen übrig.

Der Bus wurde geräumt und die Kinder wieder in die Obhut der Lehrer übergeben. Anschließend ging es zum TÜV und die Prüfer müssen vermutlich die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen haben, als sie die ganzen Mängel notierten.

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Insgesamt 63 Mängel wurden registriert, davon teilweise schwerwiegende. Neben den bereits erwähnten fanden die Prüfer auch heraus, dass die Sicherungen der Türen nicht funktionierten, die verhindern sollen, dass Menschen beim Schließen der Türen in diesen eingeklemmt werden. Gerade bei Kindern ein absolutes Sicherheitsrisiko.

Der Schulbus wurde stillgelegt, verlor also die Zulassung, und Busfahrer und Betreiberfirma müssen mit einem Bußgeld rechnen.