Bundes- und Landespolizisten überwältigen gemeinsam Mann mit Messer: Ein Polizist leicht verletzt

20. Juni 2018 um 15:23 Uhr

Bundes- und Landespolizisten überwältigen gemeinsam Mann mit Messer: Ein Polizist leicht verletzt

Bild: Bundespolizei München

Schon viel zu oft mussten wir über Messerangriffe in der letzten Zeit berichten, bei denen Kollegen zu Schaden kamen oder ihre Dienstwaffe einsetzen mussten. Gestern Morgen konnten Bundes- und Landespolizisten am Hauptbahnhof in München (Bayern) einen Mann gemeinsam überwältigen, von dem bekannt war, dass er ein Messer dabei hatte.

Demnach wurde der Polizei München von einem Soldaten der Bundeswehr gegen 08:20 Uhr mitgeteilt, dass er im Hauptbahnhof einen Mann mit einem Messer gesehen habe. Bundespolizisten und Landespolizisten machten sich sofort auf den Weg und konnte den beschriebenen Mann am Querbahnsteig bei einem Backshop antreffen.

Die Polizisten sprachen den Mann an und gaben ihm mehrfach auf Deutsch, Englisch und durch Gesten zu verstehen, dass er sich flach auf den Boden legen soll. Doch der Mann reagierte überhaupt nicht, auch wenn er die Polizisten wahrzunehmen schien. Da die Information des Soldaten vertrauenswürdig war, mussten die Einsatzkräfte von einer akuten Gefährdungslage ausgehen, so dass ein Angriff durch den Mann nicht auszuschließen war.

Die Beamten sprühten dem immer noch reglosen Mann zweimal gezielt Pfefferspray ins Gesicht, doch auch darauf reagierte er überhaupt nicht. Er stand reglos mit offenen Augen da und hantiert im Bereich seiner Hosentaschen. Da die Polizisten offenbar keinen Taser zur Verfügung hatten, überwältigten sie nun gemeinsam den Mann, brachten ihn zu Boden und fesselten ihn.

Beim anschließenden Entwaffnen verletzte sich ein Beamter der Polizei München durch eine Schnittwunde leicht, als er das Messer mit einer 13 cm Klinge aus der Hosentasche des Mannes zog – und das obwohl der Polizist Handschuhe trug.

Bei dem Überwältigten handelt es sich um einen 32-jährigen Mann aus Sri Lanka, der mit Aufenthaltstitel in Polen studiert, dort auch behördlich gemeldet ist und auf dem Weg nach Frankreich war. Gegen ihn wird nun wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt.

Zum Glück ist hier nichts Schlimmeres passiert! Wegen der unklaren Situation mussten die Kollegen mit allem rechnen.