Diensthundeführer bei Messerangriff leicht verletzt: Diensthund verhindert schlimmeres

11. Juni 2018 um 18:47 Uhr

Diensthundeführer bei Messerangriff leicht verletzt: Diensthund verhindert schlimmeresVergangene Woche mussten wir von verschiedenen Messerangriffen auf Polizisten berichten, bei denen die Kollegen auch ihre Dienstwaffe einsetzen mussten. Ebenfalls in dieser Woche fand ein weiterer Messerangriff statt, bei dem ein Polizist leicht verletzt wurde und der Polizeihund schlimmeres verhinderte, worüber die eingesetzten Beamten heilfroh waren.

Eigentlich war der Ursprung des Einsatzes eine Ruhestörung. Ein Mann fühlte sich durch eine Privatfeier in Sulz am Neckar (Baden-Württemberg) gestört. Das Ganze ging sogar so weit, dass er die Feiernden bedrohte und anschließend mehrere Scheiben des Gebäudes zu Bruch gingen, weil der 54-Jährige sie einwarf. Daraufhin wurde die Polizei Tuttlingen alarmiert.

Als die eingesetzten Beamten dort eintrafen, stand ihnen der Mann mit einem Messer in der Hand gegenüber. Damit ging er schließlich auf die Polizisten los. Mehrfach wurde dieser aufgefordert das Messer aus der Hand zu legen und den Angriff zu stoppen. Der Angreifer reagierte nicht und so wurde von den Beamten Pfefferspray eingesetzt.

Doch dies zeigte nur begrenzte Wirkung und so ließ der ebenfalls eingesetzte Diensthundeführer seinen Polizeihund auf den Angreifer los. Der Polizeihund konnte diesen zu Fall bringen und biss ihm mehrfach in den Oberschenkel.

Bei der anschließenden Festnahme, bei der der Mann immer noch das Messer in der Hand hielt, verletzte der Angreifer den Diensthundeführer durch eine Schnittwunde leicht an der Wade. Mit Unterstützung weiterer Polizisten gelang dann die Festnahme.

Nachdem die Bisswunden bei dem Angreifer in einem Krankenhaus behandelt worden waren, wurde er einer psychiatrischen Fachklinik überstellt. Auch die Schnittverletzung des Diensthundeführers wurde medizinisch versorgt. Der Diensthund blieb bei diesem Einsatz unverletzt.

Der leicht verletzte Kollege hat uns zu diesem Vorfall folgendes geschildert:

“Ich bin mit Leib und Seele Polizist! Was ich aber noch nie in der Form erlebt habe nach dem Einsatz?

So eine Dankbarkeit seitens der Kollegen, dass sie nicht haben schießen müssen! Sei es von den Kollegen vor Ort oder auch dem Einsatzleiter im Präsidium in dieser Nacht! Es gehen mir da soviel Gedanken durch den Kopf! Ich weiß gar nicht, wie ich das alles schreiben soll!

Glücklich den Kollegen in so einer Lage helfen zu können! Keiner musste nach Hause mit dem Gedanken jemanden erschossen zu haben! Stolz auf meinen Diensthund, der mir bereits zum wiederholten mal der beste Partner war!

Aber auch echt nachdenklich, wie leichtsinnig! Meine Frau liegt daheim im Bett und wartet, dass ich um 6 Uhr nach Hause komme! Das hätte auch anders laufen können!!!

Und es ist auch Wut da! Der Typ, der einfach nicht hören will und uns in diese Situation bringt!”

Danke an den Diensthund, der hier den zweibeinigen Kollegen im wahrsten Wortsinne den Arsch gerettet hat! Dem leicht verletzten Kollegen wünschen wir gute Besserung und allen Beteiligten eine gute Verarbeitung dieses Einsatzes.