Fußballweltmeisterschaft in Russland: Deutsche Polizisten unterstützen russische Kollegen

16. Juni 2018 um 9:20 Uhr

Fußballweltmeisterschaft in Russland: Deutsche Polizisten unterstützen russische KollegenDas Fußballspiel folgt internationalen Regeln, die weltweit gleich sind. Anders ist es bei der Fanszene, oder auch bei den Ultras und Hools, die haben ganz unterschiedlichen Riten oder verfolgen teils nur ein Ziel, nämlich Randale. Um hier adäquat reagieren zu können und Missverständnisse zu verhindern, sind sechs Polizisten aus Deutschland nach Russland gereist und unterstützen die dortigen Sicherheitsbehörden währen der Fußball-WM.

“Wir unterstützen mit unserem Wissen über die deutsche Störerklientel die russischen Sicherheitsbehörden, damit deutsche Gewalttäter keine Chance bekommen, die WM 2018 als Bühne für Auseinandersetzungen zu nutzen”, erklärt die Delegationsleiterin Heike Schultz den Auftrag der sechs Beamten.

Sie begleiten drei sogenannte szenekundige Beamte (SKB, Dirk Wüstenbecker (PP Bielefeld), Mario Lessig (PD Leipzig) Matthias Ballentin (PP Köln)), der Einsatzkoordinator Deniz Özkan (Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS)) und der Verbindungsbeamte des Bundeskriminalamtes Jan Hinrichs. Sie alle haben die Sicherheit vor Ort im Blick, so dass Störungen durch deutsche Fans möglichst unterbleiben und ein ungetrübtes Mitfiebern im Wettbewerb um den nächsten Weltmeisterschaftsstern stattfinden kann.

“Für die SKB liegt die Hauptaufgabe darin, potenzielle Gewalttäter innerhalb der Fanszene zu identifizieren. Treffen wir auf deutsche Störer, sprechen wir sie an und machen klar: Die deutsche Polizei ist vor Ort und hat ihre Klientel im Blick. Das holt sie aus der Anonymität und schreckt ab, Gewalttaten zu begehen”, berichtet Schultz weiter.

Doch ihre Aufgabe haben die SKB nicht nur in russischen Gefilden, denn bereits in Deutschland wurden 200 Gefährderansprachen durchgeführt, um den Problemfans klar zu machen, dass die Polizei sie nicht nur in Deutschland im Blick hat. Doch es geht bei dem Einsatz nicht nur um Hooligans und Ultras, die sich vielleicht mit denen anderer Mannschaften prügeln könnten.

Fans haben von Verein zu Verein und von Land zu Land unterschiedliche Riten, die man vielleicht falsch interpretieren könnte. Hier erklärt die Delegationsleiterin: “Deutsche Fangruppen sammeln sich gern in großer Zahl am Spielort auf einem innerstädtischen Platz und nehmen ihn sozusagen für sich ein. Einige Verhaltensrituale können dabei auch mal bedrohlich wirken. Wir helfen den örtlichen Sicherheitskräften, das Verhalten richtig zu bewerten und wirken – soweit möglich – deeskalierend auf Fußballanhänger ein.”

Wie lange dieser Auslandseinsatz dauern wird, hängt freilich von der deutschen Nationalmannschaft ab. Scheidet sie aus, endet auch der Einsatz, je erfolgreicher sie ist, desto länger wird auch der Einsatz dauern.

Wir wünschen allen Polizisten vor Ort in Russland, aber auch uns Zuschauern eine tolle Weltmeisterschaft, einen ruhigen Einsatzverlauf hüben wir drüben und unserer Mannschaft viel Erfolg!