Rettungsgasse zu eng: Mit dem Fahrrad zur Unfallstelle

19. Juni 2018 um 19:54 Uhr

Rettungsgasse zu eng: Mit dem Fahrrad zur UnfallstelleGanzen Körpereinsatz bewiesen zwei Polizisten. Sie mussten ihren Streifenwagen stehen lassen und erst zu Fuß zur Unfallstelle laufen, dann gründeten sie ganz nebenbei die erste Fahrradstaffel der Autobahnpolizei. Moment, Autobahnpolizei? Ja richtig. Das mit der Fahrradstaffel haben wir zwar erfunden, aber die Kollegen fuhren wirklich mit dem Fahrrad über die Autobahn zur Unfallstelle.

Und das kam so:

Am Sonntagmorgen war auf der A7, zwischen der Anschlussstelle Bad Fallingbostel und dem Walsroder Dreieck, in Fahrtrichtung Hannover (Niedersachsen), ein Fahrzeug mitten in der dortigen Baustelle liegen geblieben. Dem Fahrer war der Sprit ausgegangen.

Der nachfolgende Fahrzeugführer konnte noch rechtzeitig abbremsen, der Fahrer dahinter allerdings nicht mehr und es kam zum Zusammenstoß, der zum Glück ohne schwerwiegende Folgen blieb. Da der Verkehr dadurch komplett zum Erliegen kam, fuhr die alarmierte Autobahnpolizei von beiden Seiten an die Unfallstelle heran.

Während die eine Streife gegen die Fahrtrichtung durch die Baustelle fuhr, kamen die Kollegen von der anderen Seite, also in Fahrtrichtung, entgegen. Doch einen Kilometer vor der Unfallstelle war für die Streife, die in Fahrtrichtung fuhr, die Fahrt zu Ende. Die Rettungsgasse war so eng, dass an kein Vorankommen mehr zu denken war.

Die Polizisten ließen ihren Streifenwagen stehen und joggten per Pedes in Richtung Unfallstelle. Der Fahrer eines Sprinters, der dort im Stau stand, sah dem Treiben zu und bot einem der Polizisten sein Fahrrad an. Dankend nahm der Beamte das Angebot an, schwang sich auf Fahrrad und fuhr mit dem Drahtesel über die Autobahn zur Unfallstelle.

Dieser kam nur kurz nach den Kollegen dort an, die entgegen der Fahrtrichtung gefahren waren. Während der Unfallaufnahme stellten die Beamten fest, dass der Fahrer des liegen gebliebenen Fahrzeugs zwar den Tank leer hatte, aber dennoch Sprit getankt hatte. Ein Alkoholtest zeigte bei ihm 1,98 Promille an, so dass dessen Führerschein sichergestellt und Anzeige erstattet wurde.

Danke für den vollen Körpereinsatz und ebenfalls Danke an den Sprinterfahrer, der die Kollegen mit seinem freundlichen Angebot unterstützt hat!