Spezialeinheit feiert Geburtstag: 40 Jahre EKO Cobra

21. Juni 2018 um 18:44 Uhr

Spezialeinheit feiert Geburtstag: 40 Jahre EKO Cobra“Kobra, übernehmen Sie”, das ist nicht nur der Titel einer Fernsehserie aus den Gründungsjahren in den 1960er und 1970er Jahren, der Titel war auch namensgebend für die Spezialeinheit der Polizei in Österreich. Das Einsatzkommando EKO Cobra feiert heute sein 40-jähriges Bestehen.

“In der Serie ist es mehr oder weniger um zwei Privatdetektive oder Spezialagenten gegangen, während unsere Einheit schon zu Beginn 180 Mann stark war. Aus dem Grund ist es nicht eins zu eins transformierbar, aber es war eine coole Serie und aus dem Grund war auch der Name ganz o.k.”, erklärt der Pressesprecher der Cobra, Gerald Haider, die Namensgebung für die Truppe.

Doch dies ist nicht nur ein Schwank aus der Gründungszeit, es kommt der Realität ziemlich nahe, damals wie heute. Die hochspezialisierte Truppe kommt immer dann zum Einsatz, wenn es zu gefährlich wird oder kein anderer die Lage lösen kann. Aus den Anfangs 180 Männern sind heute 400 Polizisten geworden, die täglich außergewöhnliche und gefährliche Situation trainieren, sowie in jährlich rund 1.000 Einsätzen lösen und auf insgesamt acht Standorte in ganz Österreich verteilt sind.

Gegründet wurde EKO Cobra am 1. Januar 1978, damals noch als Gendarmerieeinsatzkommando (GEK). Die Gründung ging auf einen Beschluss der österreichischen Bundesregierung zurück, da Terror und Entführungen in den 1970er Jahren auch vor Österreich nicht Halt machten. So nahmen am 28. September 1973 im Grenzbahnhof in Marchegg palästinensische Terroristen drei jüdische Flüchtlinge und einen Zollwachbeamten als Geiseln.

Am 21. Dezember 1975 musste drei Menschen sterben, als sechs Terroristen siebzig Teilnehmer der OPEC-Konferenz als Geiseln nahmen. Dies machte die Gründung einer Spezialeinheit erforderlich, wie in Deutschland der sogenannte Deutsche Herbst zur Gründung der GSG9 führte.

Der Direktor für Spezialeinheiten, Bernhard Treibenreif, erzählt: “Wir hatten spektakuläre Einsätze, Stichwort Geiselbefreiung in der Justizanstalt Graz-Karlau. Wir haben Dutzende Erpressungslagen oder Entführungen gelöst. Aber wir hatten auch Einsätze, die traurig ausgegangen sind, Stichwort Annaberg.”

Treibenreif nimmt hierbei Bezug auf einen Einsatz in Annaberg, bei dem ein Beamter der Cobra, ein Rettungssanitäter und zwei weitere Polizisten ermordet wurden. “Das ist als Verantwortlicher einer Organisation nicht einfach, das wirkt nach, das muss ich ganz offen sagen. Das werde ich mein Leben lang nicht vergessen”, fügt der Direktor an.

Heute ist EKO Cobra Teil der Direktion für Spezialeinheiten (DSE), weshalb die vollständige Bezeichnung der Einheit Einsatzkommando Cobra / Direktion für Spezialeinheiten (EKO Cobra/DSE) lautet. 2013 wurden die Spezialkräfte Österreichs unter der Direktion zusammengeführt und besteht damit aus dem EKO Cobra, den Observationseinheiten (OBS), dem Entschärfungsdienst (ESD), dem Operativen Personenschutz (PS) und der Observationstechnik.

Angesichts der aktuellen Bedrohung durch den internationalen Terrorismus erhielten die Spezialkräfte eine bessere Ausstattung. So wurden 17 neue Panzerfahrzeuge angeschafft, sowie in Ortungssysteme, neue Schutzwesten und Helme investiert.

Heute fanden die Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der Spezialeinheit statt.

Im folgenden Video spricht ein Beamter des EKO Cobra über seine Aufgaben bei der Spezialeinheit: