Unbeteiligte beim Rettungseinsatz: Notärztin von jungen Männern schwer verletzt

23. Juni 2018 um 20:45 Uhr

Unbeteiligte beim Rettungseinsatz: Notärztin von jungen Männern schwer verletztWir Polizisten wissen ja, dass nicht jeder mit unseren Maßnahmen einverstanden ist und die Situation deswegen immer wieder eskalieren kann. Was aber in Ottobrunn (Bayern) gestern Abend geschehen ist, lässt sich einfach nicht mehr erklären. Man bleibt ratlos und schockiert zurück.

Gegen 20 Uhr wollten zwei junge Männer (17 und 20 Jahre) mit ihrem mit Alkoholika gefüllten Trolli das Jugendhaus in Ottobrunn betreten. Offenbar war ihnen danach zumute ausgelassen zu feiern. Da aber im Jugendhaus Alkoholverbot herrscht, machte die Betreuerin den beiden Männern klar, dass sie so keinen Einlass erhielten.

Die beiden waren darüber überhaupt nicht erfreut und die Betreuerin musste eine Kollegin hinzu rufen. Doch auch das verhinderte nicht, dass die Situation eskalierte und die Feierwütigen griffen die beiden Frauen an. Der 20-Jährige schlug eine der Frauen mit der Faust und entfernte sich.

Offenbar ließ dieser Vorfall den 20-Jährigen so wütend zurück, dass es direkt im Anschluss zum Angriff auf die Notärztin kam. Denn parallel zum Vorfall im Jugendhaus fand im Alten- und Pflegeheim um die Ecke ein Rettungseinsatz statt. Die Feuerwehr Ottobrunn war bereits mit Rettungskräften im Einsatz, da eine Person an einer lebensbedrohlichen Erkrankung litt.

Als die Notärztin, die hinzu alarmiert wurde, an der Örtlichkeit eintraf, kam sie nicht einmal mehr dazu das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) zu verlassen. Der 20-Jährige, der zuvor schon die Frau im Jugendhaus geschlagen hatte, griff das Fahrzeug an und schleuderte eine Whiskey-Flasche aus anderthalb Meter Entfernung mit voller Wucht in die Seitenscheibe der Beifahrerseite, wo die Notärztin saß.

Die Flasche zertrümmerte die Seitenscheibe und flog in das Gesicht der Notärztin. Diese erlitt dadurch einen Kieferbruch, ein Schädel-Hirn-Trauma und Schnittverletzungen im Gesicht. Zudem verlor sie mehrere Zähne. Der Rettungssanitäter, der das NEF fuhr, erlitt ebenfalls Schnittverletzungen durch die herumfliegenden Splitter der Seitenscheibe.

Weitere Rettungskräfte und Notärzte mussten nachgeordert werden, da der ursprüngliche Auftrag zur Lebensrettung immer noch anstand und nun ihrerseits die Rettungskräfte des NEF versorgt werden mussten. Ebenfalls alarmiert wurde die Polizei, die den Gewalttäter, einen 20-jährigen Flüchtling aus Eritrea, einige hundert Meter entfernt stellen und festnehmen konnte.

Der Gewalttäter soll dem Haftrichter vorgeführt werden.

Ohne Worte… 🙁

Der schwer verletzten Notärztin wünschen wir schnelle und vollständige Genesung!