Versuchter Polizistenmord von Unterföhring: Mann verhöhnt öffentlich schwer verletzte Polizistin

17. Juni 2018 um 08:50 Uhr

Versuchter Polizistenmord von Unterföhring: Mann verhöhnt öffentlich schwer verletzte PolizistinAm 13. Juni jährte sich der versuchte Polizistenmord von Unterföhring zum ersten Mal. Damals entriss ein Mann einem Polizisten am dortigen Bahnhof seine Dienstwaffe und schoss der Polizistin damit in den Kopf. Die 26-jährige Beamtin der Polizeiinspektion 26 in Ismaning befindet sich seit dem im Wachkoma.

Noch am selben Tag hatte ein Piratenpolitiker sich abfällig geäußert und war für seinen menschenverachtenden Tweet zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Wie nun bekannt wurde, hatte sich noch ein weiterer Mann in ähnlicher Weise öffentlich geäußert und stets Bezug zum versuchten Polizistenmord genommen.

Der Mann, der ein Pseudonym verwendete, äußerte sich auf seinem Twitterkanal “mit beleidigendem und strafbarem politisch motiviertem Inhalt” und nahm hierbei “Bezug zu der Tat in Unterföhring”. Er soll “nationalsozialistische Abbildungen (wie das Hakenkreuz) und Beleidigungen zum Nachteil der 26-jährigen Polizeibeamtin” verwendet haben.

Zudem soll er in menschenverachtender Weise öffentlich zu Straftaten, vermutlich in Bezug auf uns Polizisten, aufgerufen und geschrieben haben, dass er die Anwaltskosten für jeden getöteten Polizisten zahlen würde.

Diese Äußerungen blieben bei der Polizei nicht unbekannt und im Rahmen gemeinsamer Ermittlungen mehrerer Fachkommissariate, namentlich der Mordkommission, der Abteilungen Cybercrime und politisch motivierte Kriminalität Rechts, konnte anhand der IP-Adresse der mutmaßliche Urheber dieser untragbaren Äußerungen ermittelt werden.

Am vergangenen Mittwoch vollstreckte die Polizei München einen von der Staatsanwaltschaft bei Gericht beantragten Durchsuchungsbeschluss bei dem Tatverdächtigen und konnte umfangreiches Beweismaterial sichern.

Hierbei soll es sich nicht nur um Beweise hinsichtlich der getätigten menschenverachtenden Äußerungen handeln, sondern es wurden auch ein als gestohlen gemeldetes Fahrzeugkennzeichen sichergestellt, sowie auch 1 kg Marihuana.

Der 30-jährige Tatverdächtige wurde festgenommen und dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Ihm werden nun Beleidigung, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, besonders schwerer Fall des Diebstahls eines Kfz-Kennzeichens und illegaler Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorgeworfen.

Angesichts so viel Hass und Menschenverachtung fehlen uns schlicht die Worte. Und das nur, weil wir Polizisten sind…