Vorfälle in Flüchtlingsunterkünften bundesweit: Verletzte Polizisten, Schusswaffengebrauch und Waffe einem Polizisten entrissen

13. Juni 2018 um 21:09 Uhr

Vorfälle in Flüchtlingsunterkünften bundesweit: Verletzte Polizisten, Schusswaffengebrauch und Waffe einem Polizisten entrissenDonauwörth, Borgholzhausen, Witzenhausen, Ellwangen. Das sind die eskalierten Polizeieinsätze im Zusammenhang mit Asylbewerbern, über die wir bereits dieses berichten mussten. Wir sträuben uns dagegen, uns auf die populistische Bühne zu begeben, denn nicht alle Flüchtlinge sind Kriminelle, es ist nur ein kleiner Bruchteil. Die meisten fügen sich in das, was auf sie wartet und hoffen einfach auf ein besseres Leben.

Doch seit gestern reihen sich in die obige Aufzählung die Orte Göttingen, Lauchhammer und Landshut ein. An diesem einen Tag, dem gestrigen Dienstag, gab es bundesweit drei (Groß-) Einsätze der Polizei im Zusammenhang mit Flüchtlingsunterkünften bzw. Asylbewerbern. Zu beklagen sind verletzte Polizisten, ein notwendig gewordener Schusswaffengebrauch nach Messerangriff und eine Dienstwaffe, die einem Polizisten entrissen wurde.

Göttingen: Polizisten mit Fahrrädern und Brettern beworfen

In der Göttinger Flüchtlingsunterkunft in Schützenanger (Niedersachsen) gab es Probleme, einen Asylbewerber in eine andere Unterkunft zu verlegen. Mitarbeiter der Stadt Göttingen riefen die Polizei und später kam noch ein Krankenwagen hinzu, da die Person Suizidgedanken geäußert hatte.

Als der 20-Jährige in den Krankenwagen gebracht werden sollte, taten sich plötzlich 15-20 weitere Bewohner der Unterkunft zusammen und bewarfen die Einsatzkräfte mit Fahrrädern, Brettern und anderen Gegenständen. Sofort wurden alle verfügbaren Streifenwagenbesatzungen aus Göttingen und Northeim zusammen gezogen.

Diese mussten ihrerseits Pfefferspray und körperliche Gewalt anwenden, um der Situation Herr zu werden. Mehrere Angreifer flüchteten, drei von ihnen konnten während der anschließenden Fahndung gestellt werden. Es wird nun gegen die Angreifer wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und besonders schweren Landfriedensbruchs ermittelt. Drei Polizisten wurden leicht verletzt.

Lauchhammer: Nach Messerangriff auf Polizisten erfolgte Schusswaffengebrauch

In Lauchhammer (Brandenburg) wurde die Polizei durch einen Wachmann der dortigen Flüchtlingseinrichtung gerufen. Ein Bewohner hatte mit einer Astschere mehrere elektrische Leitungen ohne erkennbaren Grund durchtrennt. Als der Wachmann ihn daran hindern wollte, schlug der 24-Jährige mit der Astschere derart zu, dass der Wachmann in ein Krankenhaus gebracht werden musste.

Als die Polizisten angerückt waren, beruhigte sich der 24-Jährige aus dem Tschad nicht. Er ging mit einem Messer bewaffnet auf die Polizisten los und wollte seinen Angriff nicht abbrechen. So schoss einer der Beamten auf den Angreifer und traf ihn in der Schulter.

Der Angreifer wurde in ein Krankenhaus gebracht und wollte sich auch dort überhaupt nicht beruhigen, so dass er zum Schutz des Krankenhauspersonals am Bett fixiert werden musste. Die eingesetzten Polizisten blieben körperlich unverletzt.

Gegen den Angreifer, der vermutlich unter Drogeneinfluss stand, wird wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung ermittelt. Auch der Schusswaffengebrauch wird im Rahmen der Ermittlungen rechtlich überprüft.

Landshut: Nigerianer entreißt Polizisten die Waffe und versucht zu schießen

Auch dieser Einsatz in Landshut (Bayern) fand gestern statt. Dort befand sich ein 30-jähriger Asylbewerber aus Nigeria im dortigen Landratsamt, da seine Abschiebung bevorstand.

Ohne Vorwarnung attackierte er plötzlich drei anwesende Polizisten und es gelang dem Nigerianer sogar, einem der Polizisten die im Holster befindliche Dienstwaffe zu entreißen. Dann versuchte der Angreifer mehrfach vergeblich mit der Waffe gezielt auf einen Beamten zu schießen.

Als die Polizisten anschließend den 30-Jährigen überwältigen wollten, stach der Mann mit einem spitzen Gegenstand auf einen der Polizisten ein und verletzte ihn leicht. Auch ein weiterer Beamter wurde während der Widerstandshandlung verletzt. Erst nach Einsatz des Pfefferspray gelang es den Angreifer zu überwältigen und zu fixieren.

Alle drei Polizisten wurde verletzt und sind bis auf weiteres nicht dienstfähig. Die Kriminalpolizei ermittelt in Absprache mit der Staatsanwaltschaft gegen den Nigerianer wegen eines versuchten Tötungsdeliktes. Die Untersuchungshaft wird angestrebt, bis dahin befindet sich der Asylbewerber im Polizeigewahrsam.

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Und dann denken die politisch Verantwortlichen ernsthaft über sogenannte Ankerzentren nach, in denen sich 500+ Asylbewerber gemeinsam aufhalten. Aus Sicherheitsgründen, insbesondere für jeden, der dort arbeitet bzw. wie Rettungs- und Polizeikräfte immer dann dort hin müssen, wenn etwas passiert ist, mehr als fragwürdig.

Den verletzten Kollegen wünschen wir eine schnelle und vollständige Genesung und Verarbeitung des Vorfalles!