Erlebnis einer Kollegin: Vorverurteilt, weil ich Polizistin bin

14. Juli 2018 um 21:37 Uhr

Erlebnis einer Kollegin: Vorverurteilt, weil ich Polizistin binWir Polizisten kennen das, wir denken meist vorher darüber nach, wenn wir in geselliger Rund dazu befragt werden, was wir beruflich machen. Zu oft sind Anwesende nicht allzu gut auf die Polizei zu sprechen, egal ob aus gutem oder gar keinem Grund. Bestenfalls zeigt man sich interessiert oder bekommt ein belangloses “aha” zu hören, Schlimmstenfalls droht Ablehnung oder Vorverurteilung.

Glaubt ihr nicht? Dann lest selbst:

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“Hallo liebes Polizist-Mensch-Team!

Ich muss mir gerade mal etwas von der Seele schreiben. Ich hoffe, dass der Text zum Nachdenken anregt. Ich war gerade am Flussufer Essen und wurde dort von jemanden angesprochen und wir haben uns super nett unterhalten.

Dabei kamen wir darauf was ich beruflich mache. Ich gab dann also an, dass ich Polizistin bin. Die Reaktion darauf war nur: “Wirklich?!” – “Ja.” – “Gut, dann ist für mich das Gespräch beendet” und ging.

Ich kann einfach nicht verstehen wieso man Menschen nur wegen einem Berufsstand verurteilen kann und dem Mensch dahinter keine Chance gibt. Schade, dass man sich heutzutage zweimal überlegen muss, ob man erzählt, dass man bei der Polizei ist, oder ob man es lieber für sich behält.

Ich bin nach wie vor glücklich und stolz Polizistin zu sein, so ein Verhalten finde ich aber einfach unverständlich.”

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Die Kollegin ist uns namentlich bekannt, möchte jedoch anonym bleiben.