G20: Ein Jahr danach

7. Juli 2018 um 20:43 Uhr

G20: Ein Jahr danach

Gedanken von Kollege Andreas

“Wenn ich auch heute noch die Bilder sehe, von dem ich im Einsatz einiges am eigenen Leib erfahren habe, wird mir schlecht. Ich werde auch heute noch wütend und auch ein Jahr danach macht sich immer noch Fassungslosigkeit breit.

Wir Polizisten, die dort im Einsatz waren, wurden regelrecht verheizt, überrannt und einfach nur in der Hölle alleine gelassen.

Um diese unbeschreiblichen Szenen einzudämmen oder zu verhindern hätten, meinem Empfinden nach, alle Polizisten Deutschlands in Hamburg Dienst verrichten müssen.

Jeder der unseren Einsatz danach kritisiert hat, dem wünsche ich nur eine Stunde von diesem Einsatz aus unserer Sicht erleben zu müssen. Ich glaube nach dieser Zeit würden genau diese Menschen anders reden.

Auch ein Jahr später sind wir alleine mit diesen Bildern. Wir haben Kollegen, Freunde oder auch Hilfe von außen die uns immer wieder erden und uns zuhören.

Aber von weiter oben, oder gar den Politikern, kommt rein gar nichts.

Ein Jahr nachdem marodierende Horden durch Hamburg gezogen sind, ist nichts passiert. Die Linksextremisten können weiter ungehindert ihren gewalttätigen Weg fortsetzen.

Ganz ehrlich, ich kann nur noch Hass für diese Szene empfinden. Ich möchte hier nicht “linksgerichtete” und Linksextremismus in einen Topf werfen, das dürfen wir nicht. Aber was ich erwarte, dass gerade gemäßigte Linke, Politiker wie Bürger, sich gegen diese Terroristen in ihren Reihen stellen.

G20 hat gezeigt wozu diese fähig sind und man kann von Glück reden, dass es keine Toten gab. Ich habe noch nie solch eine Welle der Gewalt erlebt.

Ich möchte, dass diese Bilder nie vergessen werden. Es müssen viele in unserem Land wach werden und es dürfen keine leeren Worthülsen mehr kommen, es müssen Taten folgen.

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Ich war mit in der Schanze, ich war am Rondenbarg und zu keiner Zeit ging Gewalt von uns als erstes aus. Wir wurden mit Steinen, Pyrotechnik uvm. mehr beworfen. Hat einer dieser Werfer geglaubt, wir würden dies einfach so hinnehmen?

Viele Kollegen wurden verletzt und einige teils schwer. Wir haben kaum geschlafen, zum Essen und Trinken war kaum Zeit. Aber was passiert wieder einmal nach so einem Einsatz?

Richtig, die Polizei wird kritisiert. Es kursieren immer noch Videos im Netz über angebliche Polizeigewalt. Jedoch was zuvor passiert ist, das hat wieder einmal keiner gefilmt.

Dass wir teilweise Angst um unser Leben hatten, interessiert ja nicht.

Während es sich Politiker in der Elbphilharmonie gut gehen ließen, brannte draußen Hamburg. Geschäfte wurden geplündert, Autos brannten, Barrikaden brannten, Polizisten, die für diese den Arsch hinhalten durften, wurden verletzt und verheizt.

Die Bürger Hamburgs und wir wurden alleine gelassen da draußen. Keinen hat es interessiert was draußen passiert ist, während sie sich Beethoven anhören durften.

Wir “kleinen” Polizisten haben gewarnt, wir wussten was passiert, jedoch waren auch wir von dem Ausmaß geschockt. Es wurden zu spät Polizisten nachbeordert.

Dass die Linksextremisten hier wie in einem Guerillakrieg agiert haben, dürfte längst klar sein. Sie waren bis ins kleinste Detail organisiert und wer wirklich erwartet hat, dass wir Polizisten dagegen agieren könnten, wurde eines besseren belehrt.

Wir, da draußen, haben unseren Allerwertesten aufgerissen um die Schäden einzudämmen, aber wir hatten keine Chance dies zu verhindern. Wir konnten nur scheitern.

Es wurden sehr viele Fehler begangen, aber hinterher ist man ja immer schlauer. Hinterher können alle, die zuhause auf dem Sofa saßen, immer die Goschen aufreißen. Das ist nichts neues.

Ich bin es leid immer nur hohle Phrasen zu hören.

Was viele nicht wissen, dass nach dem G20 die Gewalt gegen uns weiterging. Fahrzeuge von uns wurden angezündet, mit Verweis auf den G20. Kollegen wurden bis nach Hause verfolgt, sie erhielten Drohungen. Private Fahrzeuge von uns rückten in den Fokus. Sie wurden beschädigt, Radmuttern gelöst, beschmiert.

Was wird gemacht dagegen? Nichts…

Dass der Linksextremismus dem Rechtsextremismus in nichts mehr nachsteht sollte jedem normal denkenden Menschen klar sein und wer dies dennoch leugnet, sollte sich die Bilder nochmals zu Gemüte führen.

Der einzige Unterschied, den ich in meiner Dienstzeit kennengelernt habe, ist, das Linksextremisten feige und hinterhältig agieren. Aus friedlichen Gruppen heraus werden Gegenstände und Pyrotechnik geworfen. Aber anstatt sich die friedlichen Demonstranten von den Extremisten distanzieren und weggehen bleiben diese und wundern sich dann, dass sie sich plötzlich inmitten der Auseindersetzungen zwischen Polizei und Extremisten befinden.

Während Rechtsextremisten von vorne angreifen und sich nicht verstecken. Jedoch habe ich dies selten erlebt.

Gegenüber uns Polizisten sind Linksextremisten weitaus gewalttätiger und dies eben auf feige und hinterhältige Weise.

Genug der Worte und hohlen Phrasen, lasst endlich Taten gegen diese Extremisten folgen!”

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Der Autor ist uns namentlich bekannt. Dieser Leserbrief gibt die persönliche Meinung des Autors wieder.