Lkw rammte Streifenwagen und tötete eine Polizistin: Lkw-Fahrer zu 2 Jahren und 10 Monaten Haft verurteilt

17. Juli 2018 um 18:19 Uhr

Lkw rammte Streifenwagen und tötete eine Polizistin: Lkw-Fahrer zu 2 Jahren und 10 Monaten Haft verurteiltAm 27. Dezember 2017 befand sich eine Streifenwagenbesatzung auf der A61 bei Viersen (Nordrhein-Westfalen) und fahndete dort nach einem Lkw, dessen Fahrer betrunken sein soll. Ebendieser Lkw-Fahrer rammte beim Passieren den Streifenwagen und tötete eine 23-jährige Polizistin, verletzte eine weitere lebensgefährlich und einen Polizisten schwer. Heute wurde das Urteil gesprochen.

Zunächst sah es sogar danach aus, dass der Lkw-Fahrer möglicher Weise das Polizeifahrzeug absichtlich gerammt hatte, jedoch waren die Zeugenaussagen in dieser Hinsicht widersprüchlich, so dass nach anfänglichen Ermittlungen wegen Mordes hiernach wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt wurde.

Während des Prozesses vor dem Landgericht Mönchengladbach machte der 49-jährige Angeklagte ein verstörendes Geständnis. Er gab zu vor Antritt der Fahrt mit einem Kollegen zusammen auf einem Rastplatz Wodka getrunken und Tabletten zu sich genommen zu haben, um Schmerzen im Hüftbereich zu betäuben.

Tatsächlich hatte der aus der Ukraine stammende Lkw-Fahrer fast 3 Promille Alkohol im Blut und gab an, sich an nichts mehr erinnern zu können. Ihm tue das alles sehr leid und er leide unter dem Vorfall.

Das Urteil

Das Landgericht Mönchengladbach sah es als erwiesen an, dass sich der Lkw-Fahrer wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung schuldig gemacht habe. Das Gericht verurteilte den 49-Jährigen zu 2 Jahren und 10 Monaten Haft ohne Bewährung, zudem werde der Führerschein für 4 Jahre eingezogen.

Das Gericht erkannte den hohen Alkoholgehalt im Blut als verminderte Schuldfähigkeit an und berücksichtigte strafmindernd zudem die “ehrliche Reue” des Lkw-Fahrers, die von einem Gutachter bestätigt wurde.

Da Verteidigung und Anklage auf Rechtsmittel verzichten, ist das Urteil damit rechtskräftig.

Wir möchten uns an dieser Stelle nicht zum Strafmaß äußern, denn egal wie dieses ausfällt, bringt es Yvonne, die junge getötete Kollegin, ihren Angehörigen und den Kollegen nicht mehr zurück und macht auch für die beiden Kollegen die schweren Verletzungen nicht ungeschehen.

Zumindest bringt das Urteil einen justiziellen Abschluss, so dass sich die Angehörigen und Kollegen auf die Trauerarbeit konzentrieren können. Wir wünschen ihnen weiterhin viel Kraft, wie auch den beiden schwer verletzten Kollegen, damit sie irgendwann wieder möglichst vollständig genesen und das schreckliche Erlebnis verarbeitet bekommen können.