Lustiges aus dem Dienstalltag: Auto war weg, aber nicht gestohlen

8. Juli 2018 um 20:59 Uhr

Lustiges aus dem Dienstalltag: Auto war weg, aber nicht gestohlen

“Vergangene Woche rief eine Frau bei uns auf der Dienststelle an und gab an, dass sie ihr Auto nicht mehr findet und sie sich sicher sei, dass sie es auf der Straße vor ihrem Haus geparkt hatte. Folglich musste es gestohlen worden sein, so ihre Annahme.

Wir also hin, suchten trotz der Angabe, dass das Fahrzeug eigentlich vor dem Haus stehen müsste, die Gegend ab, da wir schon richtig kuriose Sachen erlebt haben und am Ende das Fahrzeug oft woanders gefunden wurde.

Wir kamen mit der Dame so ins Gespräch und sie erzählte uns, dass sie in ihrer Heimat Polen war. Das erste Mal nach 10 Jahren war sie wieder einmal zuhause und dass es einfach nur schön war. Sie schwärmte regelrecht von ihrem Heimatbesuch, es war richtig schön ihr zuzuhören.

Das Fahrzeug fanden wir trotz Suche der umliegenden Straßen nicht. Als wir wieder an ihrem Haus ankamen, kam der Nachbar und freute sich, dass die Dame wieder aus ihrem Urlaub zurück gekehrt war und erkundigte sich, wie die Rückfahrt gewesen sei.

Die Dame stutzte etwas und sagte: “Wieso Rückfahrt? Ich bin mit dem Flugzeug gekommen und komme heim und stelle fest, dass mein Auto nicht mehr da ist.”
Plötzlich fängt der Nachbar, ein älterer Herr, lauthals an zu lachen und sagte: “Du Dummerchen, du bist mit dem Auto nach Polen gefahren.”

Sie schaute ihn und uns mit großen Augen an und da fiel es ihr ein, dass sie ja wirklich mit dem Auto nach Hause gefahren war und es bei ihrem Bruder abgestellt hatte. Vor lauter Aufregung und Freude, endlich wieder in der Heimat zu sein, hatte sie dies ganz vergessen.

Sie erklärte uns, dass sie das Fahrzeug nur bei ihrem Bruder abgestellt hatte, dort ein paar Tage verbrachte und dann von ihrer Schwester abgeholt wurde und einige Tage dann in 200 km Entfernung verbracht hatte. Von dort aus sei sie dann auch mit dem Flugzeug zurück nach Deutschland geflogen.

Der Nachbar bekam sich gar nicht mehr ein und steckte uns alle mit seinem herzlichen Lachen an und so prusteten wir alle zusammen los.
Der Dame war es trotz Lachen sichtlich peinlich, dass sie uns nun ohne Grund bemüht hatte. Sie entschuldigte sich gefühlt tausendmal bei uns.

Wir winkte ab und sagten ihr: “Danke für diesen lustigen Einsatz, den werden wir nicht so schnell vergessen und dass wir gerne mit ihr gesucht haben.”

Auf der Dienststelle angekommen, erzählten wir die Geschichte den Kollegen und wirklich die gesamte Wache lachte lauthals los.
Ich muss nochmal Danke sagen, solche Einsätze können Balsam für die Seele sein, denn viel zu lachen haben wir leider nicht mehr. 😀 “

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Der Kollege ist uns namentlich bekannt, möchte jedoch anonym bleiben.