Sachsen verfehlt Personalziel: Wer Ruhestand hinaus schiebt, soll dafür entlohnt werden

19. Juli 2018 um 20:32 Uhr

Sachsen verfehlt Personalziel: Wer Ruhestand hinaus schiebt, soll dafür entlohnt werdenDie Personaleinsparungen der letzten Jahre haben ihr übriges getan und in einigen Bundesländern hat man erkannt, dass es mehr Polizisten braucht. So hat sich Sachsen zum Beispiel das Ziel von 14.000 Polizisten gesteckt und wollte dieses Ziel durch erhöhte Einstellungsgszahlen bis 2022 erreichen.

Doch dieses Ziel wird knapp verfehlt und es wird wohl erst 2024 werden, bis es erreicht ist. Doch das Land hat eine andere Möglichkeit entdeckt, wie man den Personalaufbau beschleunigen kann, ohne die Einstellungsvoraussetzungen abzusenken.

Rund 250 bis 300 Polizisten gehen nämlich jährlich in Pension und diese müssen ebenfalls durch die Neueinstellungen ersetzt werden. Nun möchte das Innenministerium jedoch denjenigen Beamten, die sich mit 60 noch fit genug fühlen, die Möglichkeit geben, bis zu zweimal um ein Jahr zu verlängern.

Das Land lässt sich dies auch etwas kosten und legt denjenigen, die freiwillig verlängern und deren Antrag vom Innenministerium positiv beschieden wird, zehn Prozent zum Grundgehalt oben drauf. Dies macht je nach Dienstgrad zwischen 300 und 700 Euro monatlich aus.

Die Reaktion auf das Angebot der Verlängerung ohne Obolus war bislang eher mittelmäßig. Der innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, Albrecht Pallas, dazu: “50 bis 60 pro Jahr wollten es immer machen und haben es dann auch gemacht. Nicht jeder Antrag wird vom Dienstherr auch genehmigt. Es gibt einfach Kolleginnen und Kollegen, bei denen ist es für alle besser, wenn sie in den Ruhestand gehen.”

Nun kommen noch die zehn Prozent zusätzlich oben drauf und es bleibt abzuwarten, ob sich dann mehr Polizisten für eine Verlängerung um maximal zwei Jahre entscheiden werden. Das Gesetz, welches diesen Aufschlag gewährt, ist auf fünf Jahre begrenzt, um die Zeit bis zum Erreichen des Personalziels zu überbrücken.

Zum Vergleich: In Thüringen sieht es ähnlich wie in Sachsen aus, dort werden ein viertel weniger eingestellt als jedes Jahr in Pension gehen. Hier gibt es jedoch keine Pläne dafür, den Beamten eine Verlängerung zu ermöglichen, weder mit, noch ohne Obolus.