TV-Tipp: Das verrohte Land – Wenn das Mitgefühl schwindet

23. Juli 2018 um 20:42 Uhr

Gewaltanwendung – ist sie auf dem Weg als gesellschaftlich akzeptiertes Mittel? Diese Frage stellt man sich zwangsläufig, wenn man betrachtet, wie oft wir über gewalttätige Übergriffe berichten müssen. Und das ist nur ein Bruchteil dessen, was wirklich geschieht, teils wird über tätliche Angriffe überhaupt nicht öffentlich berichtet.

Kürzlich berichteten wir von dem Gewaltexzess im Darmstädter Herrngarten, wo eine Veranstaltung völlig eskalierte und sich die Festbesucher gegen die Polizei zusammen schlossen. Flaschen und Steine wurden auf die Polizisten geworfen, einem Beamten wurde sogar der Fuß gebrochen. Und es waren keine Hooligans, Clans, Extremisten oder sonstige gewaltbereite Gruppen, es waren Durchschnittsbürger, die plötzlich einen gemeinsamen Feind vor sich hatten: die Polizei.

Doch wir Polizisten sind nicht die einzigen, die sich einer zunehmenden Gewaltbereitschaft- und anwendung gegenüber sehen. Auch Rettungs- und Feuerwehr-, Krankenhaus- und Ordnungsamtspersonal, kommunale Politiker, Busfahrer, sie alle, die im Dienste der Allgemeinheit stehen, geraten zunehmend in den Fokus von Menschen, die unzufrieden mit sich und/oder anderen sind und ihre Wut an ebendiesen Vertretern von Staat und Allgemeinwohl auslassen.

Doch woher kommt diese Entwicklung? Und was kann man dagegen tun? Klar ist jedenfalls, dass man diese Besorgnis erregende Entwicklung nur gesamtgesellschaftlich angehen kann. Hier sind Politik, Justiz und auch der Bürger selbst gefragt.

So heißt es am Schluss der Dokumentation:

“Wenn wir wieder Respekt vor Polizeibeamten, Ordnungsamtsmitarbeitern […] bei den Bürgern erreichen wollen, dann müssen wir zeigen, dass die Menschen, die für den Staat arbeiten, auch den besonderen Schutz des Staates verdienen. Und den müssen wir auch einfordern.”

Und:

“Nicht nur der Staat, auch seine Bürger sind verantwortlich, dafür, dass jene, die für sie arbeiten, auch für sie arbeiten können, ohne beschimpft, bedroht oder angegriffen zu werden.”

Wann: heute, 22:45 Uhr
Wo: Das Erste

Oder jetzt schon in der Mediathek.