Unbekannter wirft Scheibe an Privatfahrzeug auf Polizeiparkplatz ein: Polizist erhält Geld vom Staat

12. Juli 2018 um 20:38 Uhr

Unbekannter wirft Scheibe an Privatfahrzeug auf Polizeiparkplatz ein: Polizist erhält Geld vom StaatManch einer kann uns Polizisten nicht leiden und so lässt er seinen Frust an Gegenständen aus. Zumeist sind das Streifenwagen, Wände von Dienstgebäuden und so weiter. Doch auch Privatfahrzeuge von Polizisten werden hin und wieder gerne als ein (womöglich politisches) Statement missbraucht.

So erging es auch einem 48-jährigen Beamten der Polizeiinspektion Bad Griesbach (Bayern). Er versah seinen Nachtdienst und als er mit einem 18 Jahre alten VW Passat nach Hause fahren wollte, wunderte er sich zunächst noch über einen Pflasterstein, der in der Nähe seines Autos lag, der zuvor noch nicht da war.

Doch dann wurde der Grund nur allzu offensichtlich. Während der Polizist seinen Nachtdienst leistete, hatte ein Unbekannter die Frontscheibe seines Privatfahrzeug, welches auf dem Parkplatz der Dienststelle stand, eingeworfen und zertrümmert.

Der Polizist ließ die Scheibe ersetzen, was ihn 715 Euro kostete, und er verlangte das Geld von seinem Dienstherrn zurück. Dieser weigerte sich jedoch, so dass der Beamte vor dem Verwaltungsgericht den Freistaat Bayern auf Schadensersatz verklagte.

Der Dienstherr war der Meinung, dass der Polizist zufälliges Opfer eines Vandalen wurde und er deswegen keinen Anspruch geltend machen könne. Der Polizeibeamte hatte eine gänzlich gegensätzliche Meinung. Er glaubte nicht an einen Zufall, sondern eine gezielte Aktion gegen die Polizei.

Das Fahrzeug habe auf einem Parkplatz der Inspektion gestanden, zu dem nur Polizisten Zugang haben. Demzufolge dürfte für jeden klar gewesen sein, dass es sich entweder um ein Polizeifahrzeug oder ein Privatfahrzeug eines Polizeibediensteten handeln musste.

Der Polizist erkannte hierin ein Statement gegen die Polizei und er hatte auch schon einen Verdacht. In der Nähe konnten nämlich Schmierereien entdeckt werden, die den Schluss zulassen, dass es sich um einen linkspolitisch motivierten Gewaltakt gehandelt haben könnte.

Auch wenn mehrere Verdächtige zum Vorfall vernommen wurden, konnte der Vorfall nicht aufgeklärt werden. Die Begründung des Polizisten vor Gericht war also, dass nicht er persönlich geschädigt werden sollten, sondern die Polizei allgemein.

Der vorsitzende Richter schlug einen Vergleich vor, damit man nicht ein Verfahren, das durchaus noch drei Jahre hätten dauern können, abwarten muss. Gegen eine Zahlung von 500 Euro durch den Freistaat an den Polizisten sei die Sache vom Tisch. Beide Seiten stimmten dem Vergleich zu.