Automatische Kennzeichenerkennung: Bayern baut sie aus und in Streifenwagen ein

22. August 2018 um 12:30 Uhr

Die automatische Kennzeichenerkennung (kurz AKE) ist unter Datenschützern umstritten, da eine ständige Aufnahme und ein ständiger Abgleich mit dem Fahndungsbestand der Polizei erfolgt. Doch eine Überwachung findet in dieser Form nicht statt, denn nach Abgleich des Fahrzeugkennzeichens wird es gelöscht, wenn keine Fahndung besteht.

Bayern verfügt bereits über 19 stationäre und zwei mobile AKE-Anlagen, die monatlich rund 8,5 Mio. Kennzeichen erfassen, auslesen und abgleichen. In 99 Prozent aller Fälle werden die Bilder sofort wieder gelöscht, in 850 Fällen sei es aber zu Polizeieinsätzen gekommen, nachdem ein Polizist die positive Meldung der AKE-Anlage nochmals überprüft hatte.

Auf diese Weise wurden laut bayerischem Staatsministerium des Innern zahlreiche als gestohlen gemeldete Fahrzeuge und erhebliche Mengen Drogen sichergestellt, Schleuser und Diebesbanden verhaftet. Besonders spektakulär war die Festnahme eines in Belgien wegen Terrorismusverdachts zur Fahndung ausgeschriebener Mann, sowie die Befreiung einer Frau, die von einem Autofahrer zuvor entführt und vergewaltigt worden war.

Innenminister Joachim Herrmann: “Die Effizienz der AKE ist mehr als eindeutig. Deshalb testen wir derzeit eine neue Einsatzvariante, die im Dachbalken des Streifenwagens installiert ist.” Auch die neue Grenzpolizei Bayerns wird vier mobile AKE-Anlagen erhalten.