Kollege Andreas erzählt: Mein Weg zu meinem Traumberuf

18. August 2018 um 19:51 Uhr

Kollege Andreas erzählt:  Mein Weg zu meinem Traumberuf

“Seit ich denken kann wollte ich Polizist werden. Mein Vater und mein Onkel waren Polizisten und mit Stolz und Ehrfurcht hab ich immer zu ihnen aufgesehen.

Das erste Mal als ich geäußert habe, dass ich zur Polizei möchte, war mit fünf Jahren. Es war mein Geburtstag. Leider hatte mein Vater an diesem Tag Dienst… Wenn er das aber nicht gewesen wäre, hätte ich nie das tollste Geschenk bekommen. Mein Papa kam kurz zuhause vorbei. In Uniform und mit seinem Streifenwagen. Er machte das Blaulicht an und schaltete kurz das Martinshorn an.

Ich stand mit leuchtenden Augen da und da sagte ich: “Ich will Polizist werden” und da sah ich das Funkeln in den Augen meines Dad’s.

Das war mein Ziel. Konsequent verfolgte ich dies auch. Lernte wie wild, machte Sport und schon bevor ich überhaupt das Abi in der Tasche hatte, bereitete ich mich auf den Einstellungstest vor. Nichts durfte dazwischen kommen. Mein Paps half mir wo er konnte.

Dann war der Tag da, das Abi in der Tasche und los gings zum Einstellungstest. Was war ich nervös.

Aber ich schaffte ihn und bekam einige Zeit später auch meine Zusage. Mein Vater überbrachte mir damals die Nachricht. Ich dachte erst er verarscht mich. Aber dann sah ich in seine Augen und da war es wieder, dieses Funkeln. Ich wusste, dass er Stolz war.

Das Studium meisterte ich fast ohne Probleme und dann kam der Tag der Vereidigung. Ich sprach den Eid… Es war der schönste Tag in meinem Leben. Es war einfach beeindruckend.

Mittlerweile bin ich über 25 Jahre Polizist. Trotz aller Widrigkeiten bin ich immer noch mit Leib und Seele Polizist. Ja, die Zeiten sind rauer geworden, die Menschen haben sich in dieser Zeit sehr zu ihrem Nachteil verändert.

Es gibt mehr Angriffe, mehr Beleidigungen, viel weniger Respekt. Aber trotzdem mache ich meine Arbeit noch sehr gerne.

Kollegen wurden schwer verletzt, so wie auch ich. Es vergeht kaum ein Tag ohne Beschimpfungen, Beleidigungen oder auch Angriffe. Ich verstehe die Menschen einfach nicht mehr. Aber trotz allem liebe ich meinen Job.

Trotz all dieser schlechten Erfahrungen, bin ich, wie tausende andere Kollegen da draußen, immer bereit meinen Hintern zu riskieren um Bürger zu retten. Denn genau das ist meine Aufgabe, meine Berufung und mir ist es egal, ob du mich vorher beleidigt oder angegriffen hast.

Ich mache meine Arbeit und dies immer mit bestem Gewissen. Das allerwichtigste ist aber, dass ich nach jeder Schicht in den Spiegel blicken kann.

Denn ich bin Polizist, mit Leib und Seele.”

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Der Kollege ist uns persönlich bekannt.