Polizeihubschraubereinsatz wegen fehlender Rettungsgasse: Nach Unfall auf der Autobahn wird gegen 65 Fahrzeugführer ein Verfahren eingeleitet

13. August 2018 um 10:53 Uhr

Eigentlich müsste es doch langsam allen klar sein, dass man bei stockendem Verkehr beginnt eine Rettungsgasse zu bilden. Aber leider funktioniert das nicht immer und überall. Im folgenden Fall filmte ein Polizeihubschrauber die Rettungsgassenblockierer, die nun ein saftiges Bußgeld erwartet.

Vergangene Woche befuhr eine 52-jährige Frau mit drei Mitfahrern die A61. In Höhe von Gensingen (Rheinland-Pfalz), in Fahrtrichtung Süden, streifte die Frau aus bislang ungeklärten Gründen die Mittelleitplanke, wodurch sie nach rechts geschleudert wurde und mit der Leitplanke kollidierte. Von dort prallte sie ab und kam schließlich auf der mittleren Spur zum Stehen.

Glück im Unglück hatten alle Insassen des Opel. Die 52-Jährige wurde gar nicht verletzt und die drei Mitfahrer erlitten leichte Prellungen und Schürfwunden. Während sich die direkt folgenden Unfallzeugen vorbildlich verhielten und sofort Erste Hilfe leisteten, klappte die Rettungsgasse in dem nachfolgenden 6 km langen Stau rein gar nicht.

Kreuz und quer standen die Fahrzeuge, dass kein durchkommen für die Rettungsfahrzeuge möglich war. Nachdem die Autobahnmeisterei mit ihren Bergungs- und Reinigungsfahrzeugen zunächst gar nicht zum Unfallort gelangen konnte, wurde zusätzlich der Polizeihubschrauber eingesetzt.

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Nur mit Mühe und starkem Zeitverzug gelang es den Kollegen die Straße freizumachen. Dieses Mal war es Glück, dass keiner der Insassen lebensgefährlich verletzt wurde, aber dies kann beim nächsten Unfall schon ganz anders aussehen. Der Hubschrauber filmte mit seiner hoch auflösenden Kamera den Stau und konnte damit nicht nur die fehlende Rettungsgasse festhalten, sondern auch die Fahrzeuge samt Kennzeichen und Fahrer.

Besonders dreist zeigte sich ein PKW-Fahrer, er versperrte nicht nur die Rettungsgasse, sondern filmte auch den Einsatz des Polizeihubschraubers. Nur Pech für ihn, denn die Besatzung des Helis filmte zurück. Gegen ihn wird nun nicht nur ein Bußgeldverfahren wegen des Verstoßes im Zusammenhang mit der Rettungsgasse, sondern auch wegen der Benutzung des Handys während der Fahrt eingeleitet.

Nach Auswertung des Filmmaterials von den Kollegen der Polizeihubschrauberstaffel müssen laut Autobahnpolizei Gau-Bickelheim nun 65 Fahrer mit Bußgeldern, Punkten und teilweise auch mit Fahrverboten rechnen. Und um es klar zu machen: Wer Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit behindert – also keine Rettungsgasse bildet -, für den sieht der Bußgeldkatalog eine Geldbuße von mindestens 200 Euro vor.

Leider fehlt uns oft dazu das Personal um diese Verstöße auch zu ahnden. Hier war dies jedoch erfolgreich und das ist auch gut so, denn zu oft geht es dabei um eine Lebensrettung und da sollte wirklich jeder, der mit seinem Fahrzeug unterwegs ist, wissen, dass eine Rettungsgasse zu bilden ist er und damit einen Teil zur Lebensrettung beitragen kann.