Rollende Zeitbombe nach Verfolgungsfahrt aus dem Verkehr gezogen: Betrunkener Lkw-Fahrer fährt gegen Streifenwagen, klemmt Polizisten ein und leistet Widerstand

29. August 2018 um 15:30 Uhr

Rollende Zeitbombe nach Verfolgungsfahrt aus dem Verkehr gezogen: Betrunkener Lkw-Fahrer fährt gegen Streifenwagen, klemmt Polizisten ein und leistet Widerstand

Bild: Polizei Harburg

Man kann mit dem Kopfschütteln gar nicht mehr aufhören, wenn man liest, was sich dieser Lkw-Fahrer kürzlich so alles geleistet hat. Umso mehr kann man noch froh sein, dass nicht mehr passiert ist und die Kollegen ihn aus dem Verkehr gezogen bekamen. Nicht auszudenken, was hätte passieren können.

Mehrere Verkehrsteilnehmer hatten die Polizei Harburg (Niedersachsen) alarmiert. Sie hatten vor sich einen Sattelzug aus Litauen, dessen Zugmaschine völlig unbeleuchtet war und der über sämtliche Spuren der A1 von Bremen in Richtung Hamburg Schlangenlinie fuhr.

Die eingesetzten Streifen versuchten mehrfach erfolglos den Lkw-Fahrer zum Anhalten zu bewegen. Die Odyssee über die Autobahn ging über sage und schreibe 90 km. Währenddessen hielten die Streifen den übrigen Verkehr vom Sattelzug fern, während sie hinter dem Gespann herfuhren.

Gleichzeitig bereiteten die Autobahnwachen Sittensen und Winsen an der Anschlussstelle Hittfeld eine Sperre vor. Mit einem sogenannten Stop-Stick, der beim Überfahren die Luft aus den Reifen entweichen lässt, wollte man die gefährliche Irrfahrt beenden.

Die Rechnung ging auf, der Lkw-Fahrer fuhr mit seinem Sattelzug nach Überfahren des Stop-Sticks die Ausfahrt ab und hielt im anschließenden Einmündungsbereich, vor einem querstehenden Streifenwagen, an. Während der anschließenden Kontrolle leistete der 39-jährige Trucker Widerstand gegen die Maßnahmen und musste aus dem Führerhaus gezogen und in Handfesseln in Gewahrsam genommen werden.

Da der betrunkene Lkw-Fahrer vergessen hatte die Bremse festzustellen, rollte während der Festnahme der Lkw gegen den vor ihm quer stehenden Streifenwagen und klemmte einen Polizisten zwischen beiden Fahrzeugen ein. Zwar wurde der 46-jährige Polizist mit Prellungen am Schienbein “nur” leicht verletzt, doch dienstfähig war er damit nicht mehr.

Ein Alkoholtest bei dem Weißrussen ergab 2,21 Promille. Bei ihm wurde eine Blutprobe entnommen, der Führerschein eingezogen und dann konnte er seinen Rausch in der Gewahrsamszelle ausschlafen.

Dem verletzten Kollegen wünschen wir gute Besserung und danken allen beteiligten Kollegen, dass sie diese rollende Zeitbombe aus dem Verkehr gezogen haben!