Verendeter Diensthund erlag dem “akuten Schocktod”: Polizist muss nun die Konsequenzen tragen

2. August 2018 um 20:12 Uhr

Verendeter Diensthund erlag dem "akuten Schocktod": Polizist muss nun die Konsequenzen tragenVor ein paar Tagen berichteten wir darüber, dass in Ilz in der Steiermark (Österreich) ein Diensthund in dem Privatfahrzeug des Diensthundeführers verendete. Das Auto war schattig abgestellt worden, die hinteren Fenster standen offen und auch die Kofferraumklappe war leicht geöffnet.

Wie die Landespolizeidirektion Steiermark heute mitteilt, liegt nun das Gutachten der Pathologie und gerichtlichen Veterinärmedizin der Universität Wien vor. Demnach erlag der Diensthund “Zorro”, ein siebenjähriger Holländischer Schäferrüde, der sich in zahlreichen Einsätzen bewährt hatte, dem “akuten Schocktod”, womit umgangssprachlich der sogenannte Hitzetod gemeint ist.

Für das nun erwiesene Fehlverhalten des Diensthundeführers muss dieser nun die Konsequenzen tragen. Er wurde seitens des Bundesinnenministerium seines Amts als Hundeführer enthoben und darf seinen Dienst nicht mehr in der Polizeidiensthundeinspektion Süd versehen. Außerdem wurden straf- und disziplinarrechtliche Erhebungen eingeleitet.

Wir wären nicht Polizist=Mensch, wenn wir nicht auch über Fehlverhalten von Kollegen berichten würden. Als wir vor ein paar Tagen unseren Artikel veröffentlichen, war unklar, woran der Hund starb. Deswegen haben wir auch die Vorverurteilungen vieler Kommentatoren nicht verstehen können, die – wenn auch naheliegend – rein spekulativ waren.

Es gilt immer noch die Unschuldsvermutung und das gilt auch vor Kollegen und auch in Österreich! Erst, wenn die Schuld erwiesen ist, kann man sich vollumfänglich ein Bild zum Vorfall machen.

Da nun klar ist, dass der Kollege die Lage völlig falsch eingeschätzt hat und seine Sorgfaltspflichten gegenüber dem ihm anvertrauten Diensthund missachtet hat, kann man ihn dafür auch verurteilten. Wir verbitten uns allerdings einen Shitstorm gegenüber dem Kollegen, der bis dahin mit seinem Diensthund zusammen viele gute Dinge im Dienst vollbracht hat!

Der Dienstherr (die LPD Steiermark) nimmt seine Verpflichtung wahr und der Kollege wird vermutlich nie wieder einen Diensthund führen dürfen. Außerdem kommen noch weitere Ermittlungen und daran folgend weitere Konsequenzen auf ihn zu. Das ist richtig so und zeigt, dass die Behörde ihrer Verantwortung bewusst ist.

Menschen begehen Fehler und davon sind auch wir Polizisten nicht frei. Es ist traurig, dass ein vierbeiniger Kollege dadurch sein Leben verlieren musste. Aber leider ist es nicht mehr zu ändern und ein Shitstorm wird es auch nicht.

Also haltet euch bitte an unsere Seitenregeln und die Netiquette. Wir werden diesmal auf jeden Verstoß dagegen entsprechend reagieren!