Vorurteile gegenüber polizeilichen Maßnahmen: Gaffer behindern Polizisten massiv

19. August 2018 um 20:42 Uhr

Vorurteile gegenüber polizeilichen Maßnahmen: Gaffer behindern Polizisten massivPolizeiliche Zwangsmaßnahmen sehen von außen betrachtet nie schön aus. Das wissen wir und darüber haben wir bereits in einem unsere Statements informiert. Doch immer wieder maßen sich einige Zeitgenossen in völliger Unkenntnis über die Gründe der Maßnahme an, über die handelnden Polizisten zu urteilen, diese sogar massiv zu behindern.

Für gewöhnlich sind es nur einige wenige Menschen, die sich bemüßigt fühlen, für ihnen unbekannte Personen Partei gegen die Beamten zu ergreifen. Doch was in der vergangenen Woche in Wetzlar (Hessen) geschehen war, hat nicht nur die polizeiliche Maßnahme gefährdet, sondern auch die Kollegen, den Delinquenten selbst und die Gaffer gleich mit. Zum Glück war die Lage nicht völlig eskaliert!

Am 10. August nahmen Polizisten in Wetzlar einen Algerier fest, der hierbei erheblichen Widerstand leistete. Da dies für Außenstehende immer brutal aussieht, wenn wir unmittelbaren Zwang anwenden müssen, mischten sich Passanten in die Festnahme ein um ihrem (unberechtigten) Unmut Luft zu machen.

Eine Festnahme hat immer einen Grund. Der Algerier wurde seit längerer Zeit gesucht, da seine Aufenthaltserlaubnis erloschen war und er abgeschoben werden sollte. Durch einen Hinweis über den Aufenthaltsort kam es dann zu diesem Einsatz, da er trotz mehrfacher Aufforderung nicht freiwillig das Land verlassen hatte.

Während seines Aufenthaltes in der Bundesrepublik geriet der junge Mann mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt und ist bei der Polizei als sogenannter “besonders auf- und straffälliger Ausländer” eingestuft.

Als die Kollegen den Mann in der Fußgängerzone stellten, eröffneten sie ihm den Grund der Kontrolle, worauf der 35-Jährige flüchtete. Die Polizisten nahmen sofort die Verfolgung auf und konnten ihn auch einholen. Laut schreiend wehrte sich der 35-Jährige gegen das Anlegen der Handschellen. Während Passanten auf die Festnahme aufmerksam wurden gelang es dem Gesuchten unter anderem mehrmals, einen Arm zu befreien und sich so gegen den Beamten zu sperren.

Schnell versammelten sich bis zu 50 Menschen rund um den Einsatzort. Aus der Gruppe wurde die Rechtmäßigkeit der Festnahme unverhohlen in Frage gestellt: “Polizeigewalt”, “nur weil er ein Ausländer ist”, “lasst den armen Mann gehen”, “wartet ab, dafür bekommt ihr Ärger von eurem Chef”, “jetzt seid ihr im Internet”, “guckt euch doch mal bei Snapchat an” oder “habt ihr nichts Besseres zu tun”. Dies ist nur ein kleiner Auszug der Dinge, die aus der Menschengruppe heraus in Richtung der Polizeibeamten skandiert wurden.

Ein junger Mann filmte das ganze Geschehen mit seinem Handy. Die Gruppe rückte auch immer näher heran und störte und behinderte massiv die Maßnahme der Kollegen und bedrängte sie. Man stelle sich die Situation vor: Da leistet jemand, der berechtigt festgenommen werden muss, massiv gegen die einschreitenden Polizisten Widerstand und eine große Gruppe von Gaffern bedrängt und beschimpft sie auch noch zudem. Die Lage könnte jeden Moment außer Kontrolle geraten.

Schließlich gelang die Festnahme und während der 35-Jährige zum Streifenwagen gebracht wurde, gingen die Beschimpfungen gegen die Kollegen unaufhörlich weiter. Nach Einschätzung der Kollegen setzte sich die Gruppe aus einem Querschnitt der Bevölkerung zusammen.

Am nächsten Morgen ordnete ein Richter des Amtsgerichts Wetzlar Abschiebehaft gegen den 35-Jährigen an. Die von allen tags zuvor so hart diffamierte Maßnahme war also rechtmäßig.

Jedem steht es frei sich über eine polizeiliche Maßnahme, die er aus welchen Gründen auch immer für unrechtmäßig hält, an geeigneter Stelle zu beschweren. Diesem möglichen Fehlverhalten wird dann nachgegangen.

Doch was man tunlichst unterlassen sollte, sind solche Aktionen oder gar die Kollegen direkt anzugreifen!