+ Zeugenaufruf + Nach Messerstecherei: Rettung und Polizei von “Fußballfans” mit Flaschen und Steinen angegriffen

20. August 2018 um 17:56 Uhr

+ Zeugenaufruf + Nach Messerstecherei: Rettung und Polizei von "Fußballfans" mit Flaschen und Steinen angegriffen

Einsatz von Reizstoff, Gummischrot, Wasserwerfer

Am späten Samstagabend war es in Zürich (Schweiz) zu einer Messerstecherei gekommen. Polizei und Rettung wurden alarmiert und zur Seepromenade im Kreis 8 beordert. Dort fanden sie mehrere Verletzte vor.

Ein 18-Jähriger erlitt lebensgefährliche Stichverletzungen, zwei seiner Freunde wurden leicht verletzt. Doch für die Schützer und Retter war es zunächst überhaupt nicht möglich zu den Verletzten zu gelangen. Als sie nämlich am Einsatzort kurz nach 23 Uhr ankamen, wurden sie sofort mit Flaschen und Steinen beworfen. Wie Marco Neumann, Einsatzleiter bei Schutz & Rettung Zürich (SRZ), berichtet, mussten sich die Sanitäter in ihren Einsatzfahrzeugen verschanzen.

Die zahlreichen Angreifer, die teils vermummt auftraten, trugen Fankleidung des FC Zürich. Auf Grund des massiven Bewurfs forderten die Polizisten Verstärkung an, denn noch immer galt es die Verletzten zu versorgen und die Sanitäter zu schützen.

Nachdem die Unterstützungskräfte eingetroffen waren wurde Reizstoff und Gummischrot gegen die Gewalttäter eingesetzt. Auch ein Wasserwerfer kam zum Einsatz. Dennoch wurden zwei Polizisten verletzt.

Erst durch das konsequente Auftreten der Polizei konnten die Angreifer zurück gedrängt werden, die es jedoch auch in der Folge nicht unterließen, während und nach dem Rettungseinsatz Sanitäter und Polizisten anzugreifen und weiter zu bewerfen.

Wiederholt kamen Reizstoff und Gummischrot zum Einsatz, so dass trotz abgesperrter Straßenabschnitte nicht ausgeschlossen werden kann, dass auch Unbeteiligte zwischen die Fronten gerieten.

Ein 18-jähriger Flaschenwerfer konnte festgenommen werden. Erst nach zweistündigem Polizeieinsatz beruhigte sich die Lage wieder und die Sperrungen konnten aufgehoben werden. Ob auch weitere Personen verletzt wurden ist nicht bekannt.

Polizeisprecherin Judith Hödl verurteilte diesen Angriff auf die Einsatzkräfte und sprach von einer “neuen Dimension der Gewalt”.

☎️ Die Stadtpolizei Zürich veröffentlichte diesen Zeugenaufruf:

Personen, die Angaben zu den Angreifern und deren Bekleidung am späten Samstagabend beim Sechseläutenplatz, Opernhaus und am Utoquai machen können, werden gebeten, sich bei der Stadtpolizei Zürich, Tel 0 444 117 117, zu melden. Ebenso nimmt die Stadtpolizei in diesem Zusammenhang auch gerne Bildaufnahmen zu den geschilderten Vorfällen entgegen.

Wir wünschen den verletzten Kollegen und den Geschädigten der Messerstecherei ein schnelle und vollständige Genesung!

Es ist einfach nur erschreckend und Besorgnis erregend, mit welcher gewissenlosen Gewaltbereitschaft diese “Fußballfans” auf offener Straße agieren und das Leben andere aufs Spiel setzen.