Gedanken eines Polizisten: Wie geht man mit dem Hass um, den Polizisten oft zu spüren bekommen?

9. September 2018 um 11:59 Uhr

Gedanken eines Polizisten: Wie geht man mit dem Hass um, den Polizisten oft zu spüren bekommen?

“In einer Unterhaltung bin ich heute gefragt worden, wie man mit dem Hass, der uns des öfteren entgegen schlägt, umgeht und ob man damit überhaupt umgehen kann.

Meine Antwort darauf war, dass wir dies lernen müssen. Dass es am Anfang wirklich schwer ist und dass man des öfteren darüber nachdenkt alles hinzuschmeißen… So erging es jedenfalls mir.

Hätte ich nicht einen Mentor gehabt der mich nach Anfeindungen wieder geerdet hätte, wäre ich wohl kaum mehr Polizist.

Heute weiß ich, dass die Aggressionen gegen die Uniform gehen und nicht gegen mich persönlich. Aber klar, es ist manchmal schon frustrierend und manchmal macht es einen auch wütend, weil wir doch alle diesen Beruf gewählt haben um zu helfen und nicht um Bürger zu drangsalieren.

Wenn ich jemandem helfen konnte, vielleicht jemandem das Leben retten konnte oder auch einfach so ein schönes Erlebnis im Dienst hatte, dann weiß ich genau warum ich diesen Beruf gewählt habe.

Ich liebe meine Arbeit, trotz aller Widrigkeiten.

Was ich selbst auch als Problem ansehe ist, dass wir kaum noch Fußtreifen gehen. Der anlasslose Kontakt zum Bürger fehlt. Ich fände es wirklich wichtig, dass es zum normalen Bild gehören würde.

So könnte man mit Vertrauen aufbauen und in Kontakt treten. Einfach mal ein nettes Pläuschchen halten. Aber leider fehlt hierzu das Personal.”

———————

Der Kollege ist uns persönlich bekannt, er möchte anonym bleiben.