Lebensretter und Wattschützer: Reiterstaffel Hannover unterstützt im Sommer die Polizei Cuxhaven – und genießt es

4. September 2018 um 11:52 Uhr

Wie jedes Jahr helfen auch dieses Jahr wieder die Kollegen der Reiterstaffel Hannover in Cuxhaven aus. Sie schützen Mensch, Tier und das Watt – und haben ganz nebenbei auch ihre kleine Fangemeinde.

Die Kollegen, die Zwei- wie auch die Vierbeinigen, lieben diese Arbeit in der frischen Salzluft und dies nicht nur wegen der Bürgernähe. Am Meer lässt es sich aushalten. Die frische Luft und das Watt, einfach unbeschreiblich.

Polizeioberkommissar Claas Bode (57) und Hauptkommissar Detlev Maisold (60), beide von der Reiterstaffel Hannover, sind nach Cuxhaven abgeordnet, sind also dem Kommando des Polizeichefs in Cuxhaven unterstellt.

Gerade in der Urlaubssaison brauchen hier die Kollegen ihre Unterstützung. Als Claas Bode mit seinem Pferd an der Uferpromenade nach dem Rechten schaut gibt es für die kleine Stella-Cataleya (5) kein Halten mehr. Sie liebt Pferde und auch Polizisten, hier trifft sie nun beides zusammen an, das absolute Urlaubshighlight. “Darf ich ein Autogramm haben?”, fragt sie. “Ein Autogramm?” “Ja!”. Der Bitte kommt unser Kollege natürlich sehr gerne nach.

Wenn die Polizisten dabei auch schmunzeln müssen, ist das doch eine sehr willkommene Abwechslung von den sonstigen Einsätzen, wie Demonstrationen oder Fußballeinsätze, zu denen sie ansonsten herangezogen werden. Ein angenehmer Dienst für Mensch und Tier. Einfach mal durchschnaufen und die stressigen Einsätze hinter sich lassen.

Ganz ruhig ist es in Cuxhaven dennoch nicht. Wildcamper, Strandkorbeinbrecher und auf Behindertenparkplätzen stehende – natürlich gesunde – Autofahrer beschäftigen sie immer wieder. “Gerade am Wochenende haben wir viel mit Hunden und Pferden zu tun, die in der Heide oder aber auch im Watt aneinander geraten”, berichtet Kollege Maisold.

Auch die Priele im Wattenmeer werden gern von manchen unterschätzt, “da herrscht eine starke Strömung. Wenn die Pferde dann im Schlick einsinken, müssen die im schlimmsten Fall von der Feuerwehr mit dem Kran rausgeholt werden.” Schon vier Lebensrettung hatten die Polizisten, alleine in dieser Urlaubssaison.

Detlef Maisold und sein 8-jähriger Alt-Oldenburger Wallach Jatho sind seit 2 Jahren ein eingespieltes Team. “Als wir das erste Mal durchs Priel geritten sind, blieb Jatho ganz ruhig.” Dem Wallach gefällt es hier offenbar sehr gut.

Auch Claas Bode uns sein 10-jähriger Wallach Helios sind seit 5 Jahren ein Team. Helios geht es scheinbar nicht anders, er schnaubt zufrieden. Für die Sehnen der Pferde ist der Wattboden sehr gut. Von der Luft gar nicht zu sprechen.

So hat das Wattenmeer seine Vorzüge gegenüber der Großstadt, selbst bei Nacht. “Die Pferde sind im Cuxhavens Außenbezirk Sahlenburg im ‘Ritzebüttler Reitclub’ untergebracht. Da ist es richtig schön, die Tiere fühlen sich wohl, können auch mal aus den Fenstern gucken, was in Hannover nicht möglich ist”, erklärt Detlev Maisold. “Denn da sind die Pferde in denkmalgeschützten Gebäude ohne Fenster untergebracht. Hier haben die frische Luft, und die ist ja ohnehin besser als in Hannover.” Und Maisold selbst? “Ich bin viel entspannter und schlafe besser – schon allein deswegen, weil hier der Schichtdienst wegfällt.”

Auch die Urlauber lieben die Reiterstaffel und fragen deshalb regelmäßig, ob sie die Pferde mal streicheln dürfen. Diese positive Resonanz kennen die Reiter aus Hannover kaum und genießen das.

Einziger Wehrmutstropfen ist die sich daraus ergebende Einsicht: Erst durch die Tiere wird der Polizist für einige Bürger menschlich. “Viele sehen uns ja in erster Linie als Uniformierte”, so Maisold. Die Anwesenheit der Pferde lasse Bedenken überwinden und auch so manchen krawallbedürftigen Fußballfan ruhiger werden.

Toller Job und wenn noch soviel positive Resonanz kommt, dann macht man alles noch viel lieber.