Militarisierung im Hambacher Forst: Mit Molotowcocktails, Zwillen und Fäkalien gegen Polizisten

11. September 2018 um 21:13 Uhr

Militarisierung im Hambacher Forst: Mit Molotowcocktails, Zwillen und Fäkalien gegen PolizistenOb der Kohleabbau im Hambacher Forst (Nordrhein-Westfalen) tatsächlich notwendig ist, darüber streiten sogar Experten. Auf die Kohle als Energieerzeuger tatsächlich angewiesen zu sein und dafür die Verunstaltung der Landschaft in Kauf zu nehmen, das ist das Streitthema. Doch das soll nicht unser Thema sein.

Es geht uns um die Mittel, mit denen vorgebliche Umweltaktivisten legale Wege verlassen und zu Gewalttätern werden. Und scheinbar sind den sogenannten Aktivisten einige Mittel nicht nur billig, sondern Recht, wenn sie damit Polizisten angreifen können.

Bereits seit einigen Wochen hat sich die Gangart im Hambacher Forst verschärft und die Kollegen, die sich dort im Einsatz befinden, sind wahrlich nicht zu beneiden. Mit Steinen, Flaschen, Feuerwerkskörpern, Zwillen und Molotowcocktails werden sie beworfen bzw. beschossen. Sogar Fäkalien scheinen das Mittel der Wahl zu sein. Auch gab es schon einige Verletzte in den vergangenen Wochen, zum Glück noch keine Schwerverletzten. Und meist treten die Angreifer vermummt auf.

Kommen euch diese Mittel bekannt vor? Richtig, die werden auch gerne von Antifa oder Linksextremisten schlechthin genutzt, wenn sie ihren Standpunkt klar machen wollen oder einfach nur gegen die Polizei und den Rechtsstaat sein wollen (meist trifft eher letzteres zu). Von der Vermummung gar nicht erst zu reden.

Nun möchten wir den Aktivisten nicht unterstellen wie Linksradikale zu ticken, aber die Mittel sind schon extrem. Um was zu erreichen? Sie treffen Polizisten, Menschen in Uniform. Mit Zwillen kann man schwere Verletzungen verursachen, mit Molotowcocktails ebenso, Fakälien erzeugen ein herbes Ekelgefühl.

Aber in der Sache? Da werden sie nichts bewegen und verlassen für dieses Nichts den legalen Weg. Was eigentlich einer guten Sache dienen soll und sogar bei uns Polizisten den ein oder anderen Unterstützer fand, wird nun für das Austoben von Gewaltgelüsten missbraucht.

Vorbei sind offenbar die Zeiten, in denen Mahnwachen abgehalten, Transparente hochgehalten, Sprüche gerufen wurden. Vorbei sind die Zeiten, an denen sich Aktivisten noch an Bäume ketten ließen. Jetzt müssen scheinbar härtere Geschütze her, für einen mehr als fragwürdigen Nutzen.

Ende August durchsuchten Polizisten das Camp der Aktivisten und konnten “eine Vielzahl an Beweismitteln, u.a. mehrere Zwillen und Schutzschilde, Hieb- und Stichwaffen, eine Kiste voll mit selbstgebauten Krähenfüßen, einen Nagelgurt, eine Lock-on Vorrichtung sowie als Brennsätze zu nutzende Pyrotechnik und Lunten (Zündschnüre für Molotowcocktails)” sicherstellen.

“Zudem stellten die Beamten zur Gefahrenabwehr diverse Gegenstände, u.a. Holzpaletten und große Wassertanks, welche bereits in der Vergangenheit als Baumaterial für Barrikaden genutzt wurden, sicher. Unter mehreren Barracken entdeckten die Durchsuchungskräfte tiefe Löcher, augenscheinlich als geplantes Tunnelsystem angelegt. Diese wurden zur Gefahrenabwehr mit Beton verfüllt, nachdem man festgestellt hatte, dass sich keine Personen darin befanden”, heißt es weiter im Polizeibericht.

Zudem erfolgten drei Festnahmen und 21 Ingewahrsamnahmen. Doch das alles half nichts. Anfang September erfolgte der nächste Angriff auf Polizisten und es wurden wieder Paletten in den Hambacher Forst geschleppt – für den Barrikadenbau.

Nun erfolgte die Reaktion der Polizei, die den Hambacher Forst, da er zur Begehung von Straftaten genutzt wird, zum gefährlichen Ort erklärte. Nun können die Einsatzkräfte anlasslos Personen kontrollieren

Um es noch einmal klar zu formulieren: Die Polizisten schützen das Recht des RWE-Konzerns, die Braunkohle abzubauen. Dagegen geklagt wurde schon viel, doch der Konzern konnte sich durchsetzen.

Die Polizisten schützen kein Unternehmen, sie schützen keinen Tagebau, sie schützen auch nicht das Recht des Stärkeren, Größeren oder whatever. Sie schützen ein Recht, welches gerichtliche bestätigt wurde. So funktioniert nun mal der Rechtsstaat. Dennoch werden die Polizisten angegriffen, während diejenigen, die eigentlich Ziel der Kritik sein sollten, in ihren Büros sitzen und zum Tagesgeschäft übergehen.

Was haben also diese Gewaltaktionen gegen die Polizisten noch mit dem Umweltschutzgedanken gemein, der die Umwelt schützenswert ansieht, Polizisten aber als hinderlich und damit bekämpfbar?!

Diese Militarisierung kann nicht der richtige Weg sein und wir hoffen, dass sich diese Leute besinnen und zurückkehren zu einem friedlichen Umweltschutz. Denn wir Menschen – und ja, auch wir Polizisten – sind Teil dieser Umwelt, die wir uns gemeinsam teilen.