An Pietätlosigkeit nicht zu überbieten: Fußballtransparent verhöhnt verstorbenen Polizisten

29. Oktober 2018 um 18:25 Uhr

An Pietätlosigkeit nicht zu überbieten: Fußballtransparent verhöhnt verstorbenen PolizistenManchmal fragt man sich, was in so manchen Köpfen vorgeht, wie viel Hass und/oder Empathielosigkeit jemand haben kann, um nicht nur eine solche Idee zu haben, sondern sie auch noch in die Tat umzusetzen. Am vergangenen Wochenende kam es zu einem unschönen Zwischenfall durch FC Hansa Rostock Fans in der Partie gegen SC Fortuna Köln, welcher sowohl den Vereinsvorstand, als auch die Polizei zu einem Statement veranlasste.

Im Statement des Vereins heißt es unter anderem:

“Während der Partie gegen den SC Fortuna Köln wurde auf der Südtribüne des Ostseestadions ein Spruchband mit der Aufschrift „Kennzeichnungspflicht für Silvio Bamberg“ gezeigt.

Wie der F.C. Hansa Rostock am Abend erfahren hat, ist Silvio Bamberg vor einigen Wochen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

Der F.C. Hansa Rostock möchte sich in aller Form bei den Angehörigen des Verstorbenen und der gesamten Polizei für diese Pietätlosigkeit entschuldigen. Es ist nicht in Worte zu fassen, wie zutiefst beschämend und unangenehm diese Aktion ist.

Wir sind fassungslos und schockiert über dieses Transparent, das an Niveaulosigkeit kaum noch zu überbieten ist. Wie takt- und skrupellos muss man sein, einen Verstorbenen zu verunglimpfen und seiner trauernden Familie zusätzlichen Schmerz zuzufügen? Das ist nicht der F.C. Hansa Rostock!”

Der Leiter der Polizeiinspektion Rostock, Michael Ebert, erklärte:

“Wir lassen uns unsere Trauer um unseren Kollegen nicht nehmen und sind in Gedanken bei seiner Frau und den beiden kleinen Mädchen. Das Verhalten dieser Straftäter fordert uns umso mehr, unsere Menschen, unseren Rechtsstaat und den Verein F.C. Hansa Rostock wirkungsvoll zu schützen, ganz wie es unser bei einem tragischen Unglück verstorbener Kollege, Freund und Mitarbeiter in der Vergangenheit getan hat.

Das öffentliche Präsentieren und das anschließende öffentliche Zerreißen eines Spruchbandes mit seinem Namen, in Kenntnis des kürzlich Todes unseres Kollegen, ist ein Akt, der Erziehung und Anstand deutlich vermissen lässt.”

Ein Ermittlungsverfahren wegen Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener wurde eingeleitet und am heutigen Montag wolle die Polizei zusammen mit dem Verein beraten, wie man der Familie des verstorbenen Polizisten Unterstützung zukommen lassen könne.

Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen des verstorbenen Kollegen. Schlimm genug, wenn ein Mensch mitten aus dem Leben und seiner Familie heraus gerissen wird. Wir wünschen den Hinterbliebenen viel Kraft, diesen Verlust zu verarbeiten!