Auf ein Wort: Waren wir umsonst im Hambacher Forst eingesetzt?

8. Oktober 2018 um 20:20 Uhr

Auf ein Wort: Waren wir umsonst im Hambacher Forst eingesetzt?Der Einsatz im Hambacher Forst war in den vergangenen Wochen regelmäßig Thema bei uns. Die Kollegen vor Ort wurden angegriffen, mit Molotowcocktails, Stöcken, tätlich angegriffen, beschimpft, mit Fäkalien beworfen und mit Zwillen und Stahlkugeln beschossen. Auch Anwohner kamen bei uns zu Wort und schilderten die desaströsen Zustände vor Ort.

So wurden Vorgärten zerstört oder sogenannte “Aktivisten” hinterließen ihre Notdurft darin. Diese Leute gingen bei den Anwohnern betteln (jetzt wisst ihr, wovon sie leben) und wenn sie nicht bekamen, was sie wollten, wurden die Anwohner bedroht und beschimpft.

Und für was?

Wochenlang, seit August, tobte ein Kampf um den Hambacher Forst. Die Protagonisten waren eine Politik, die den Tagebau dort politisch unterstützt, das Unternehmen RWE, welches trotz fraglicher Nutzens am Tagebau und damit an der Rodung des Waldes festhielt, friedliche Aktivisten im Kampf für die Sache und Krawalltouristen, denen es überhaupt nicht um die Umwelt geht, Anwohner, die mittlerweile von den Zuständen die Schnauze voll haben. Und mittendrin die Polizei.

Über Wochen hinweg befanden sich Polizisten rund um die Uhr im Hambacher Forst und versuchten die Sache im Griff zu behalten. Die Baumhäuser sollten weichen und mussten dazu geräumt werden. 27 verletzte Polizisten hat dieser Einsatz bislang gekostet – und nicht zu vergessen den Unfalltod eines Bloggers.

Per Gerichtsbeschluss wurde vergangene Woche ein vorläufiger Rodungsstopp verfügt. RWE kann nun also nicht mehr den Forst abholzen um dort Braunkohle abzubauen. Die Entscheidung im Hauptsacheverfahren steht noch aus und kann Jahre dauern.

Und von heute auf morgen verfügt der Innenminister von Nordrhein-Westfalen den Abzug der Polizeikräfte. Mit dem heutigen Montag ist der Einsatz im Hambacher Forst beendet und die “Aktivisten” haben bereits wieder damit begonnen den Forst zu besetzen und Baumhäuser zu bauen.

Von Beginn bis zum Ende dieses Polizeieinsatzes hat sich also nichts geändert. Die rechtlichen Bedingungen sind vorerst unverändert, der Wald wird besetzt und RWE möchte weiter Kohle abbauen. Also wofür das Ganze?

Uns erreichen Meldungen von Kollegen, die sich total verarscht fühlen, die schäumen vor Wut und sich berechtigt die Frage stellen: “Waren wir umsonst im Hambacher Forst eingesetzt?”

So hat es zumindest den Anschein, verheizt und “vor einen Karren gespannt”, wie es ein Kollege mit seinem Leserbrief formulierte, “den sie nicht ziehen sollten”. Zudem werden die Anwohner mit der Situation vor Ort nun alleine gelassen.

Ist das noch Politik für die Bürger, für das Wahlvolk? Ist das noch verantwortungsvoller Umgang mit den Sicherheitsressourcen, sprich Polizisten, die für Recht und Ordnung sorgen sollen?

In manchen Medien heißt es, dass RWE und die Kohlepolitik in NRW Verlierer der Gesamtsituation seien. Dem können wir nicht zustimmen. Verlierer sind die Anwohner, die Umwelt vor Ort und die verheizten Kollegen. Niemand sonst.

Das einzig Gute ist, dass die Kollegen nun endlich wieder nach Hause fahren können und nicht noch weiter im Hambi verheizt werden, für was auch immer…