Aus tiefem Hass gegen die Polizei: Mann greift mehrfach Polizisten an und muss nun ins Gefängnis

27. Oktober 2018 um 16:45 Uhr

Aus tiefem Hass gegen die Polizei: Mann greift mehrfach Polizisten an und muss nun ins GefängnisKritiker führen gerne an, dass aus statistischer Sicht überproportional Anzeigen gegen Polizisten eingestellt würden und es nicht zur Anklage käme. Gerne wird das als Beleg gesehen, wie ineffektiv Ermittlungen innerhalb der eigenen Reihen verliefen und es deswegen eine neutrale Ermittlungsinstanz bei Strafanzeigen gegen Polizisten geben sollte.

Doch Vorfälle wie der folgende sind alltäglich. Aus den unterschiedlichsten Gründen werden die Kollegen angegriffen und Anzeigen gegen diese erstattet, obwohl sie von vorne herein haltlos sind. Was sonst bleibt der Justiz übrig, als diese Verfahren einzustellen und gegen das vermeintliche Opfer zu ermitteln.

In Thüringen hatte ein Mann mehrfach absichtlich den Kontakt zu Polizisten gesucht, diese angegriffen und versucht ihnen Polizeigewalt nachzusagen. Doch das Ansinnen ging nach hinten los und er muss nun selbst ins Gefängnis.

Demnach mischte sich der Mann, der keinen Schulabschluss und keine Ausbildung absolviert hat, im September 2017 in eine Auseinandersetzung ein, bei der die Polizei bereits im Einsatz war. Als ein Polizist den Eindruck hatte, dass der Mann ihn mit seiner Bierflasche in der Hand schlagen wollte, brachte er den Mann zu Boden.

Die Bierflasche ging zu Bruch und der Angreifer fasste mehrfach mit der Hand in die Scherben, bis das Blut rann. Im Rettungswagen leistete er massiven Widerstand, so dass er von mehreren Beamten fixiert werden musste. Der nächste Vorfall ereignete sich drei Monate später.

Ein Nachbar des 29-Jährigen beschwerte sich bei der Leitstelle über eine Ruhestörung. Der Mann hatte zu später Stunde die Musik zu laut aufgedreht und weil die Polizisten in der Leitstelle den Störer bereits kannten, schickten sie gleich drei Streifenwagen hin.

Doch der 29-Jährige weigerte sich beharrlich die Musik leiser zu drehen. Als die Polizisten durchgreifen wollten schlug der Mann zweimal mit der Faust zu. Der Beamte konnte sich noch wegducken und wurde nur deswegen nicht getroffen. Im anschließenden Gerangel erlitt der Mann ein blaues Auge und so zeigte er die Polizisten an.

Weitere drei Monate später der nächste Vorfall. Bereitschaftspolizisten waren in der Stadt unterwegs. Sie sollten eigentlich ein Fußballspiel schützen, doch weil dies wegen Schneefalls abgesagt wurde, fuhren die Beamten Streife. Hierbei fiel ihnen der 29-Jährige in seiner Fankleidung auf.

Als sie ihn kontrollieren wollten, geschah folgendes: “Er wollte seinen Ausweis nicht zeigen, sprang auf eine Motorhaube und behauptete, dass wir ihn geschubst hätten”, so einer der Polizisten vor Gericht. Dann schlug der 29-Jährige mit dem Kopf gegen ein Gitter und verlangte: “Ein Kumpel sollte das Filmen, aber wir haben die Hände hochgenommen, um zu zeigen, dass wir ihn gar nicht gegen das Gitter stoßen.”

Die Vorfälle wurden nun vor dem Amtsgericht Gera verhandelt. Die Verteidigung forderte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und elf Monaten. Der Angeklagte habe ein Alkoholproblem und einen tief verwurzelten Hass gegen die Polizei. Dies rühre aus der Kindheit her, als dieser sexuell missbraucht worden sei und er sich im Nachhinein von der Polizei im Stich gelassen fühlte.

Die Staatsanwaltschaft forderte hingegen zwei Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Das Gericht verurteilte den Mann zu insgesamt zwei Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung, wobei in das Urteil eine vorherige Strafe des amtsbekannten Mannes einfloss.