Busunternehmen mit fragwürdigen Fahrern: Schulfahrt verzögert sich durch Verkehrskontrolle – Polizisten erhalten Applaus

15. Oktober 2018 um 15:38 Uhr

Busunternehmen mit fragwürdigen Fahrern: Schulfahrt verzögert sich durch Verkehrskontrolle - Polizisten erhalten ApplausEine recht ungewöhnliche Bitte hatte vergangene Woche der Schulleiter einer Gymnasiums in Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen) und eine genauso ungewöhnliche Kontrolle erfolgte dann durch die Kollegen. Die Reaktion der Schüler und Lehrer war danach ebenso bemerkenswert.

Am Freitag sollten rund 600 Schüler eines Gymnasiums ihre Schulfahrt in Richtung Rom starten. Zwölf Busse eines Unternehmens waren dazu gechartert worden, doch als die Busse vorfuhren, erwarteten sie die Beamten der Polizei Gelsenkirchen. Denn schon im Vorfeld hatte der Schulleiter Zweifel und verständigte vorab die Polizei.

Die angerückten Polizisten kontrollierten sowohl die Busse, als auch deren Fahrer. Und was die Beamten fanden, war erschreckend. Bei 16 von 17 Busfahrern fehlten die Nachweise über ihre Lenk- und Ruhezeiten, die sie normalerweise mitführen müssen.

Bei einem Busfahrer wurde zwar festgestellt, dass er theoretisch den Bus hätte fahren dürfen, also Führerschein und Fahrgastbeförderungsschein waren vorhanden. Ihm fehlten jedoch jegliche Erfahrungen im Umgang mit einem Doppeldecker, der mit 89 Personen besetzt war. Im wurde die Weiterfahrt gänzlich untersagt.

Aber auch bei den Bussen war Vorsicht geboten. So funktionierten bei zwei Bussen die Sicherheitsvorrichtungen überhaupt nicht, die verhindern sollen, dass man sich in den Türen einklemmen kann. Insgesamt neun Anzeigen wurden seitens der Polizisten erstattet und vier Fahrern wurde die Weiterfahrt untersagt.

Doch das war noch nicht alles. Das Busunternehmen schickte Ersatzbusfahrer zum Gymnasium, die für ihre Kollegen, denen die Weiterfahrt untersagt wurde, einspringen sollten. Doch selbst bei denen konnten die Polizisten teilweise keine ordentlichen Papiere vorfinden.

Durch diese Kontrollmaßnahmen verzögerte sich selbstverständlich die Abfahrt in Richtung Süden erheblich, der letzte Bus konnte erst gegen Abend losfahren.

Allzu verständlich wäre es, wenn Schüler und Lehrer auf Grund dieser Verzögerung recht ungehalten reagiert hätten, weil sie sich auf ein paar Tage in der Hauptstadt Italiens gefreut haben. Doch die Polizisten ernteten schlussendlich Applaus für ihre Arbeit zum Wohle der Sicherheit.