Distanzelektroimpulsgerät: Taser ab sofort in Ludwigshafen im Streifendienst im Einsatz

17. Oktober 2018 um 09:26 Uhr

Distanzelektroimpulsgerät: Taser ab sofort in Ludwigshafen im Streifendienst im Einsatz

Bild: Polizeipräsidium Rheinpfalz

Wie wir bereits im April dieses Jahres berichtet haben, wird die Polizei in Rheinland-Pfalz als erste Polizei in Deutschland, sogar im deutschsprachigen Raum, das Distanzelektroimpulsgerät (kurz DEIG oder auch Taser) im Streifendienst einführen. Nach einem wissenschaftlich begleiteten Pilotprojekt bei der Polizei in Trier kam man zu der Überzeugung, dass die Taser eine sinnvolle Ergänzung der Einsatzmittel sind.

Zwar soll der Taser nicht flächendeckend eingeführt werden, sondern nur in der Oberzentren, doch nach der Ankündigung im Frühjahr tut sich nun etwas. Die Polizei Ludwigshafen wird auf den sogenannten Stadtinspektionen 1 und 2 jeweils vier Geräte erhalten. Die ersten Geräte wurden bereits übergeben, so dass die Taser nun im Stadtgebiet eingesetzt werden können.

Rund 30 Polizisten wurden im Umgang mit den neuen Einsatzmitteln geschult. “Die Kolleginnen und Kollegen der beiden Dienststellen haben großen Erwartungen an die Taser”, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung der Polizei Ludwigshafen, mit dem Hinweis auf die Erfahrungen in Trier, wo bei 21 Vorfällen bereits die Androhung des Taser-Einsatzes zur Lageberuhigung führte, von gesamt 30 Einsatzlagen in der Testphase.

Die Vorgaben sind, wie in der Pilotphase, dieselben. Der Einsatz soll, sofern möglich, vorher angekündigt werden und der Taser darf nicht gegen erkennbar Schwangere, dem Erscheinungsbild nach unter 14-Jährige und gegen Personen, bei denen eine Herzerkrankung bekannt ist, eingesetzt werden.

Zusammen mit der Bodycam, die ebenfalls deeskalierend wirken kann, ist der Taser eine sinnvolle Ergänzung bei Einsätzen, bei denen Übergriffe auf die Einsatzkräfte zu befürchten sind, oder bereits stattgefunden haben. Der Taser ist wirkungsvoller als das Pfefferspray, welches bei unempfindlichen, betrunkenen oder unter Drogeneinfluss stehen Personen oft genug versagt, ist aber weniger verletzungsintensiv als der Schlagstock oder die Schusswaffe.

Bild: Polizeipräsidium Rheinpfalz