Polizeihund Rígr berichtet uns aus seinem Dienst

26. Oktober 2018 um 20:36 Uhr

Polizeihund Rígr berichtet uns aus seinem Dienst

“Hallo ich bin Rígr,

gesprochen wird der Name RIG. Ich bin Diensthund bei der Polizei. Ich bin erst seit einem Jahr mit der Ausbildung fertig, stehe kurz vor meinem dritten Lebensjahr und bin circa anderthalb Jahre mit meinem Streifenpartner zusammen. Er und ich sind ein grandioses Team, beste Freunde und durch ihn gewinne ich an Vertrauen, er fördert und fordert mich jeden Tag.

Ich bin, für einen Diensthund, noch nicht lange im Dienst. Allerdings musste ich in dieser Zeit schon einiges durchmachen. Anfangs musste ich einen durchgeknallten aus einem Auto rausholen. Der Kerl hatte noch nen Messer einstecken, griff zum Glück aber nicht danach. Ein anderes Mal suchte ich nach einem Täter und just als ich ihn fand trat er die Tür auf und ging auf mein Herrchen los. Ich habe mich arg erschrocken, aber als ich die Freigabe bekam tat ich, was ich gelernt hatte und hielt den Einbrecher fest.

Mit dem Maulkorb durfte ich schon einige Zweibeiner von ihren langen Beinen holen, wenn sie nicht machten was sie sollten oder gar aggressiv waren. Mein Herrchen ist dann immer unglaublich stolz auf mich, insbesondere wenn ich jemanden festhalten musste, ist Herrchen Anfangs immer froh und die Kollegen auch.

Aber eins bleibt jedes Mal:

Die Angst, im Nachhinein nach vielen Stunden, Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren könnte jemand auf die Idee kommen unser Handeln von damals sei nicht rechtmäßig gewesen. Als Diensthund und al mein Herrchen werden wir immer besonders beäugt. Wir kommen in Situationen wie alle Zweibeiner auch, werden aber auch immer dann hinzugezogen wenn es mal schwierig wird.

Herrchen hat sich ganz bewusst dazu entschieden. Die Angst mich zu verlieren, ob im Dienst oder als Kollege und bester Freund, bleibt… Mir ist das oft gar nicht bewusst, ich gehe davon aus, dass mich Herrchen nur in handhabbare Situationen schickt. Solche, denen ich gewachsen bin. Dafür trainieren wir, TÄGLICH.

Nichts desto trotz, nach jedem Einsatz, spätestens wenn wir nach Hause kommen, wird ausgiebig gekabbelt und gespielt. Ich merke recht schnell wie Herrchen drauf ist. Insbesondere nach anstrengenden Diensten steige ich aus dem Auto aus, hole sofort meinen Strick und wir zerren ne Runde.

Meistens lächelt Herrchen dann schon wieder. Wenn das nicht reicht schlecke ich über sein Gesicht und lasse mir den Bauch kraulen…. Danach gibt es Fressen und dann wird geruht, bevor Herrchen wieder seinen blauen Zwirn anzieht und wir wieder genau dorthin fahren wo andere weglaufen.

Gruß Rígr”