Auf Polizisten zugefahren und Streifenwagen gerammt: Schüsse beenden Flucht vor Polizei

12. November 2018 um 20:53 Uhr

Auf Polizisten zugefahren und Streifenwagen gerammt: Schüsse beenden Flucht vor PolizeiDer folgende Polizeibericht liest sich wie ein Drehbuch zu einem Krimi. Doch es ist keine erfundene Geschichte, es ist die Realität und man kann froh sein, dass niemand verletzt wurde – oder gar schlimmeres! Der Täter konnte festgenommen werden und ging in Untersuchungshaft wegen versuchten Mordes.

Ein 23-Jähriger fuhr in der Nacht zum Sonntag bei Göttingen (Niedersachsen) gezielt auf einen Polizisten zu und touchierte ein Einsatzfahrzeug. Der Beamte gab daraufhin Schüsse auf das Fahrzeug ab.

Am frühen Sonntagmorgen sollte ein 23-Jähriger kontrolliert werden, da die angebrachten Kennzeichen laut Überprüfung nicht ausgegeben waren. Als die Beamten dem Mann eindeutige Zeichen zum Anhalten gegeben hatten entzog sich dieser der bevorstehenden Maßnahme durch Flucht.

Eine Verfolgungsfahrt mit mehreren Streifenwagen folgte. In Lengern fuhr, nach bislang vorliegenden Erkenntnissen, der 23-Jährige gezielt und mit hoher Geschwindigkeit auf einen dort stehenden Polizisten zu. Der 53-jährige Beamte konnte sich mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit bringen. Der Flüchtende touchierte bei der gefährlichen Aktion den Streifenwagen der Polizisten.

Der Polizeihauptkommissar gab, nach ersten Ermittlungen, mehrere Schüsse auf das flüchtende Fahrzeug ab und traf den Vorderreifen. Trotzdem setzte der 23-Jährige seine Flucht unbeirrt über die L554 nach Harste und Asche in Richtung Hardegsen (Landkreis Northeim) fort. Im Bereich Ellierode umfuhr er dabei eine von der Polizei eingerichtete Straßensperre.

Schließlich musste der Flüchtende sein Fahrzeug, aufgrund eines Reifenschadens, dann doch in Hardegsen anhalten und flüchtete zu Fuß weiter. Beamte konnten den Gesuchten nach kurzer Verfolgung in einem Gebüsch festnehmen.

Bei Überprüfung des 23-Jährigen stellte sich heraus, dass er unter Alkoholeinfluss und ohne Fahrerlaubnis am Steuer saß. Ein Atemalkoholtest ergab 1,48 Promille.

Die Polizisten leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes zum Nachteil eines Polizeibeamten, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Gefährdung des Straßenverkehrs infolge Alkoholbeeinflussung sowie Kennzeichenmissbrauchs ein. Das von dem 23-Jährigen genutzte Auto wurde beschlagnahmt.

Wie die Polizei Göttingen heute mitteilt, wurde der 23-Jährige dem Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete die Untersuchungshaft wegen versuchten Mordes zum Nachteil des Polizisten an. Der Täter schweigt bislang zu den Vorwürfen.

Wir wünschen den beteiligten Kollegen eine gute Verarbeitung des Vorfalles!