Der Polizeibericht im Original: Notrufmissbrauch nervt

9. November 2018 um 08:36 Uhr

Der Polizeibericht im Original: Notrufmissbrauch nervtDie Polizei Schwerin hat hat vor wenigen Tagen auf das Thema Notrufmissbrauch aufmerksam gemacht. Natürlich sind wir Polizisten auf Hinweise und Mitteilungen angewiesen und es ist besser jemand ruft den Notruf an, als dass uns wichtige Informationen zur Verfolgung einer Straftat oder zu Verhinderung einer solchen entgehen.

Doch Fantasieanrufe oder Fragen zu Telefonnummern sind definitiv keine Notrufe, doch diese Anrufe gibt es täglich. Besonders, wenn ein solcher Notruf einen Polizeieinsatz nach sich zieht und Einsatzkräfte für nichts und wieder nichts gebunden sind, dann ist das ärgerlich und kann unter Umständen eine Straftat sein.

Hier nun der Bericht der Polizei Schwerin im Original, der beispielhaft zeigt, wie unnötige Notrufe wichtige Ressourcen der Polizei binden:

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“Vor der Haustür in der Julius-Polentz-Straße gab es eine Auseinandersetzung zwischen einem Mann und einer Frau. Der Mann hat die Frau geschlagen, sie ist ins Haus geflüchtet, jetzt stehen fünf Ausländer an der Haustür und klopfen”. So lautete die originale Mitteilung eines Anrufers am gestrigen Abend über den Notruf der Polizei.

Solche Meldungen nimmt die Polizei sehr ernst und schickt sofort Streifenwagen vor Ort, die nun nicht mehr für andere Einsätze zur Verfügung stehen.

Die Realität zeigte ein anderes Bild. Angetroffen wurden zwei einheimische Jugendliche, die sich mit ihrer Freundin getroffen hatten und freundschaftlich verabschiedeten. Entwarnung bei den Einsatzkräften, alles wieder auf “null”. Nach Rücksprache mit dem Anrufer musste festgestellt werden, dass dieser alkoholisiert war und sich an nichts mehr erinnern konnte.

Diese Art Einsätze sind bei der Polizei keine Seltenheit, der Rettungsdienst kämpft mit gleichen Problemen. Sie blockieren den Notruf, binden Streifenwagenbesatzungen und verursachen Zeit und Kosten. Es wird jeder Fall geprüft, ob ein Notrufmissbrauch vorliegt. Bestätigt sich der Verdacht, wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und die Kosten des Einsatzes eingefordert.

Die Polizei möchte gerne schnell informiert werden, allerdings über echte Notfälle und nicht über Fantasiegeschichten.