Für die Erinnerung und wider das Vergessen: Polizei Rheinland-Pfalz weiht Gedenkstätte für im Dienst verstorbene Polizisten ein

7. November 2018 um 13:22 Uhr

Für die Erinnerung und wider das Vergessen: Polizei Rheinland-Pfalz weiht Gedenkstätte für im Dienst verstorbene Polizisten ein

Bild: Polizeipräsidium Mainz via Twitter

45 Polizisten der Polizei Rheinland-Pfalz sind seit 1945 im Dienst ums Leben gekommen, weitere 14 Beamte wurde Opfer von tödlichen Angriffen. Unvergessen sind sie alle, aber nun gibt es einen Ort, dem Gedenken, dem Innehalten und Trauern Raum bieten soll.

Auf dem Campus der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz, vor dem Tagungszentrum, wurde eine drei Meter hohe Basaltstele errichtet, der von Basaltblöcken umringt ist. An der Stele sind 45 Bronzetäfelchen angebracht, für jeden verstorbenen Polizisten eine, auf denen Namen, Geburts- und Todestag eingetragen sind. Die Blöcke dienen dem Betrachter als Sitzgelegenheit.

Die Gedenkstätte wurde im würdigen Rahmen und in Anwesenheit vieler Gäste eingeweiht. Innenminister, Mitglieder des Landtags, die Bürger- und Polizeibeauftragte, aktive und ehemalige Führungskräfte und Mitarbeitende der rheinland-pfälzischen Polizei, Polizeiseelsorgerinnen und –seelsorger und vor allem zahlreiche Angehörige, Hinterbliebene, Freunde, Kolleginnen und Kollegen der Verstorbenen waren der Einladung gefolgt um den Verstorbenen die Ehre zu erweisen.

“Jedes einzelne Schicksal, jede einzelne Geschichte ist tragisch und berührt Angehörige, Freunde und Bekannte, aber auch die Polizeibeamtinnen und -beamten, die einen Kollegen verloren haben. Die Hochschule der Polizei hat zusammen mit den Polizeibehörden keine Mühen gescheut, Angehörige und enge Kolleginnen und Kollegen der Verstorbenen zu ermitteln. Dabei kam es zu sehr denkwürdigen und intensiven Gesprächen und Begegnungen, die deutlich machten, wie präsent die Erinnerungen von teilweise Jahrzehnte zurückliegenden Ereignissen bei vielen Betroffenen an dieses einschneidende Erlebnis nach wie vor sind”, so Innenminister Roger Lewentz während seiner Ansprache.

Cornelia Blesius, Projektleiterin für die Gedenkstätte, erklärte, dass es hierbei nicht um Heldenverehrung gehe, sondern um die Erinnerung an die im Dienst verstorbenen Polizisten. 35 Studierende hätten in einer ausführlichen Recherche Akten und Archive durchstöbert und zu jedem der 45 verstorbenen Polizisten eine kleine Biographie zusammen getragen.

Der Polizeiberuf kann gefährlich sein. Erst kürzlich mussten wir aus dem rheinland-pfälzischen Kirchheim berichten, wo eine Mutter von ihrem Sohn mit einer Schere angegriffen wurde und die Polizei alarmiert hatte. Auch die beiden Polizisten wurden angegriffen. Zum Teil schwer verletzt mussten sie von ihrer Schusswaffe Gebrauch machen und erschossen den Angreifer. Die Mutter erlag ihren schweren Verletzungen ().

Für die Erinnerung und wider das Vergessen. Dazu dienen nicht nur die Kurzbiographien jedes einzelnen Polizisten, sondern auch die Gedenkstätte selbst, die sich dort befindet, wo jeder angehende Polizist seine Laufbahn beginnt und zwischendurch immer wieder zur Fortbildung hin kommt.

Wir finden es eine schöne Geste. Unsere Brüder und Schwestern dürfen nie vergessen werden. Sie haben ihr Leben im Dienst für dieses Land gegeben und haben es nicht verdient, vergessen zu werden.

#unvergessen ⚫⚫