Nach halsbrecherischer Flucht: Polizisten geben mehrere Warnschüsse ab

8. November 2018 um 18:31 Uhr

Nach halsbrecherischer Flucht: Polizisten geben mehrere Warnschüsse abEin rücksichtsloser und unter Drogen stehender Fahrer konnte am späten Montagnachmittag nur durch die Abgabe von zwei Warnschüssen und dem Einsatz des Schlagstockes gestoppt und schließlich auch festgenommen werden. Vorangegangen war eine halsbrecherische Flucht vor den ihn verfolgenden Polizisten.

Gegen 17 Uhr wollten eine Zivilstreife der Autobahnpolizei Köln (Nordrhein-Westfalen) einen Golf-Fahrer stoppen und kontrollieren, der auf der A61 Richtung Koblenz unterwegs war. Die Beamten gaben dem Fahrer eindeutige Zeichen und versuchten ihn auf den Parkplatz der Raststätte zu lenken.

Jedoch war dieser rein gar nicht damit einverstanden und versuchte zu flüchten. Auf Höhe der Raststätte Bedburger Land rammte der Flüchtende einen Ford Ecosport, indem er mit Vollgas vom Verzögerungsstreifen über den Standstreifen auf die Hauptfahrbahn fuhr und eine 51-Jährigen Kölnerin mit diesem Fahrmanöver auf den Überholstreifen drückte.

Auch versuchte der 34-jährige Fahrer mehrfach das Zivilfahrzeug zu rammen und von der Autobahn zu drängen. Er überholte die Beamten, die mit Blaulicht, Martinshorn und Frontblitzer unterwegs waren, rechts um ihnen so zu entkommen.

An der Anschlussstelle Bergheim verließ der aggressive Fahrer die Autobahn und setzte seine halsbrecherische Fahrweise unbekümmert fort. Mehrfach schnitt er den Gegenverkehr durch waghalsige Überholmanöver. Auch vor roten Ampeln machte der Mann nicht Halt und fuhr auf dem Radweg neben der Desdorfer Straße weiter. Dort lenkte er letztlich den Golf in einen Grünstreifen und kam inmitten von Sträuchern zum Stehen.

Doch ans Aufgeben dachte der 34-jährige immer noch nicht. Er lief in drohender Art und Weise, mit einem Gegenstand in der Hand, den die Polizisten nicht erkannten, auf diese zu. Daraufhin gab einer der Beamten zwei Warnschüsse steil in die Luft ab.

Selbst jetzt gab der Mann noch nicht auf und setzte seine Flucht zu Fuß fort. Nach kurzer Verfolgung konnte der Flüchtende eingeholt und gestellt werden. Die Polizisten mussten den 34-Jährigen fesseln, da er um sich schlug und trat.

Ein Drogenvortest zeigte an, dass der Mann offenbar unter dem Einfluss von Amphetaminen stand. Dem bereits als Drogenkonsumenten auffällig gewordenen wurde eine Blutprobe entnommen. Den beschädigten Golf seines Vaters, den er den Ermittlungen zufolge offenbar nicht mit dessen Erlaubnis gefahren hatte, stellten die Polizisten sicher. Eine Durchsuchung des Fahrzeugs unter Hinzuziehung eines Diensthundes nach weiteren Betäubungsmitteln verlief negativ. Eine gültige Fahrerlaubnis kann der Ertappte nicht vorweisen.

Die Polizei im Rhein-Erft-Kreis hat die Ermittlungen gegen den 34-Jährigen wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Straßenverkehrsgefährdung durch Fahren unter Einfluss berauschender Mittel, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Unfallflucht und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte aufgenommen.

Man kann nur froh sein, dass bei dieser rücksichtslosen Flucht kein Mensch zu Schaden gekommen ist.