Nur der Diensthund konnte ihn bändigen: Widerständler zu Bewährungsstrafe verurteilt

26. November 2018 um 08:58 Uhr

Nur der Diensthund konnte ihn bändigen: Widerständler zu Bewährungsstrafe verurteiltAuch wenn es keines Beweises bedurfte, belegt der folgende Fall, wie wichtig unsere vierbeinigen Kollegen sind und dass wir uns auf sie verlassen können. Sie sind Familienmitglieder und Schmusetiere, doch wenn es darauf ankommt, können sie ganz schön “böse” sein – weil sie es eben sein müssen, um ihre zweibeinigen Kollegen zu schützen.

Der Vorfall begann damit, als Polizisten einen Autofahrer auf dem Parkplatz eines Verbrauchermarktes in Löningen (Niedersachsen) kontrollierten. Diese Kontrolle erwies sich als schwierig, denn die Identität des Fahrers konnte vor Ort nicht festgestellt werden. Außerdem stand er offenbar unter Alkoholeinfluss, so dass er zur Wache verbracht werden sollte.

Doch mehrmals konnte er sich aus dem Griff der Polizisten losreißen und weglaufen. Und noch etwas gestaltete die Situation unberechenbar. Im Auto saßen noch mehrere betrunkene Bekannte des Autofahrers, die sich jederzeit hätten einmischen und die Beamten angreifen können.

So forderten die beiden Polizisten Unterstützung an und selbst als noch weitere Beamte beherzt zugriffen, wehrte sich der 28-Jährige derart massiv, dass eine Festnahme nicht möglich war. Zwischenzeitlich war auch eine Diensthundeführerin mit ihrem Diensthund “Grimm” eingetroffen.

Obwohl die Polizisten den Einsatz von Grimm androhten, ließ sich der 28-Jährige nicht beruhigen und so gab die Diensthundeführerin ihren vierbeinigen Kollegen frei. Der Widerständler soll sich auch gegen den Diensthund zur Wehr gesetzt haben, doch hier zog er eindeutig den Kürzeren.

Mit einem beherzten Biss in den Arm war der Widerstand gebrochen und die Uniformierten schritten zu Festnahme.

Der Vorfall kam nun vor dem Amtsgericht Cloppenburg zur Verhandlung. Widerstand gegen Polizeibeamte, Körperverletzung, Fahren ohne Fahrerlaubnis und eine Trunkenheitsfahrt wurden dem 28-Jährigen zur Last gelegt. Und da das Gericht die Taten als erwiesen ansah, verurteilte es den Mann zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung und einer Führerscheinsperre von zwei Jahren.

Nun, ob der Mann wirklich aus der Sache gelernt hat und das Gericht hier weise urteilte, bleibt dahingestellt. Eine Bewährungsstrafe steht erst einmal nur auf dem Papier und die Führerscheinsperre ebenso. Das Fehlen einer Fahrerlaubnis hatte den 28-Jährigen am Tattag auch nicht davon abgehalten, sich hinters Steuer zu setzen.

Äußerst dankbar dürften die Kollegen, die bei dem Einsatz schließlich verletzt wurden, damals wie heute Diensthund Grimm gegenüber gewesen sein. Er tat, was er gelernt hatte und verhinderte damit schlimmeres.