Statement: Die Polizei rüstet auf, weil sie es muss

17. November 2018 um 18:46 Uhr

Statement: Die Polizei rüstet auf, weil sie es mussViele Bürger beklagen, dass wir Polizisten immer martialischer aussehen. Jedenfalls bekommen wir dies öfters gesagt, wenn wir mal auf Fußtreife sind und wir Zeit für ein Pläuschchen mit dem Bürger haben, was leider selten genug vorkommt. Kaum ein Kollege ist noch ohne Schutzweste auf der Straße unterwegs. Leider ist dies aber notwendiger als jemals zuvor.

Kollegen rüsten teils privat auf, kaufen vom eigenen Geld Stichschutzshirts, die zwar nicht hundertprozentig schützen, aber zumindest etwas. Auch gegen Bisse helfen diese Shirts, denn immer öfter kommt es leider vor, dass wir während einer Festnahme mit Bissen rechnen müssen.

Jede Kontrolle, jeder Einsatz kann in einem Desaster enden und dies ist uns nicht erst seit gestern bewusst.

Wer die Meldungen der letzten Wochen, Monate und Jahre verfolgt, weiß wie extrem die Gewalt gegenüber uns, der Feuerwehr und der Rettungskräfte zugenommen hat. Wir Polizisten hatten es schon immer mit Widerständen und Angriffen auf uns zu tun, aber die Gewalt hat eine Dimension erreicht, die nicht mehr hinnehmbar ist.

Der tägliche Einsatz auf der Straße wird gefährlicher. Selbst kleinste Kontrollen enden immer öfter im Widerstand und in Angriffen auf uns.

Bestes Beispiel dieser Tage war ein Familienvater, der einfach nur etwas zu schnell unterwegs war. Da ihm aber die Maßnahme zu lange gedauert hatte, tickte er völlig grundlos aus. Eigentlich hätte es nur ein Bußgeld gegeben. Geendet hat der ganze Sachverhalt schließlich auf der Wache, mit Anzeige wegen Widerstand und Beleidigung, womit das Ganze noch sehr viel länger gedauert hat.

Oder nehmen wir den Vorfall vor ein paar Tagen, als die Kollegen in Hessen bei der Schulwegüberwachung von einem Vater vor der Schule angegriffen wurden, weil die Tochter nicht angeschnallt war.

So sieht es leider immer öfter aus da draußen und dann wundert man sich, dass wir bald nur noch in voller Montur auf der Straße zu sehen sein werden. Jedenfalls sehen dieses Bild die Kollegen kommen, wenn man den täglichen Dienst so Revue passieren lässt und die Gewalt gegen uns immer mehr zunimmt.

Dabei sollte doch eines klar sein: Finger weg von Polizisten, Feuerwehr- und Rettungskräften!